Dem Schlager verdankt die Wahl-Wellingsbüttlerin Mary Roos, wie sie selber sagt, alles! Umso schöner fand sie es, gerade auf der Theater-Bühne die Geschichte des Schlagers „spielen zu dürfen.“ Wir sprachen mit ihr über ihr aktuelles Theaterstück, das Alstertal und kleine Momente des Glücks!

Bereits mit neun Jahren nahm sie ihre erste Platte auf, jetzt stand sie vom 5. bis 18. August gemeinsam mit Wolfgang Trepper auf der Bühne des Schmidt Theater.

In „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ veranschaulichten die Schlagerikone und der Schlagerexperte die Geschichte des deutschen Schlagers: „Das Besondere daran ist, dass der Herr Trepper alles nieder macht, was in dieser Zeit erfolgreich war – er macht richtige Rundumschläge“, erzählt Mary Roos.

Im Publikum treffen dann Schlager-Liebhaber und Schlager-Hasser aufeinander – „Aber am Schluss, und das ist eben das Wunderbare, fügt sich das zusammen“, berichtet sie über die Stimmung im Saal.

Sie selbst ist dem Schlager gegenüber sehr dankbar: „Was habe ich dem Schlager alles zu verdanken! Es war eine wunderschöne Zeit in den 70er-Jahren, aber ich schaue nicht dauernd zurück – ich bin jetzt da. Jetzt, im heute. Ich finde es schrecklich, in der Vergangenheit zu leben. Wenn ich im Gestern lebe, habe ich etwas falsch gemacht – Das Leben ist ja draußen!“

Obwohl die 66-Jährige schon so lange im Geschäft ist, ist sie jung und frisch geblieben: „Ich habe einfach noch so viel vor! Und ich bin einfach eine sehr neugierige Person – wenn ich nicht dauernd etwas Neues machen würde, hätte ich schon vor drei Jahren aufgehört.“

Trotzdem plant sie ungern im Voraus: „Meine Sekretärin sagt immer ‚Du hast für 2016…‘ – ich will gar nicht wissen, was da ist. Ich lasse alles auf mich zukommen. Aber es macht sehr viel Spaß, wenn man sagen kann ‚Ich darf das machen‘, denn ich muss es ja nicht – ich darf es“, sagt sie dankbar.

Schon seit vielen Jahren lebt die Schlagersängerin in Wellingsbüttel: „Ich finde das Alstertal wunderbar! Ich kann hier stundenlang mit dem Rad fahren, wenn ich will, und habe wunderbare Leute hier. Ich fühle mich hier einfach zu Hause! Aber ich bin ja noch ein Quiddje, wie die sagen – mein Sohn Julian ist ein echter Hamburger. Aber ich glaube, sie haben mich hier angenommen“, erzählt sie lachend, „Wenn ich Lust habe, kann ich Boot fahren gehen und ich bin in 45 Minuten an der See – besser kann’s einem nicht gehen! Das Einzige, was noch fehlt, sind die Berge zum Ski laufen“.

Ihr persönliches Glück findet sie in den kleinen Dingen: „Dass man mit Freunden an einem Tisch sitzt, dass man isst, dass man ein Picknick macht – oder dass der Sohn mit strahlendem Gesicht erzählt, dass er sich verliebt hat. Das sind Dinge, die glücklich machen! Das sind so ganz, ganz wunderbare, spezielle Dinge. Kleine Momente – Es sind die kleinen Dinge im Leben“.

Wir wünschen Mary Roos noch viele schöne kleine Momente!

Text: Deborah Plachetka
Foto: Manfred Esser

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