Tonbandgerät, das sind die Schwestern Sophia (Gitarre und Text) und Isa (Bass) Poppensieker, Sänger Ole Specht und Schlagzeuger Jakob Sudau. Seit dem 1. Mai ist ihr zweites Album „Wenn das Feuerwerk landet“ auf dem Markt. Wir haben die Vier getroffen!

Wie kamt Ihr auf die Idee eine Band zu gründen?

Isa: Sophia und ich haben vorher schon zusammen Musik gemacht. So ab 14 ungefähr hatten wir erste Bands zusammen, aber nur so Schülerprojekte, nichts richtig Ernstes. Und dann haben wir beschlossen, dass wir eine neue Band gründen wollen. Mit Jakob sind wir zusammen zur Schule gegangen und Ole haben wir über den Freundeskreis gefunden. Ein Freund hatte mir einen Youtube-Link geschickt, von einem Video wo Ole singt. Und dann haben wir ihn über Youtube angeschrieben.
Ole: Ne, über My Space war das tatsächlich noch!

Wie waren denn die Aufnahmen fürs neue Album?

Ole: Aufregend und ganz anders. Beim ersten Mal haben wir alles in unserem alten Proberaum in Hamm gemacht, die Demos aufgenommen und das dann unserer Plattenfirma geschickt und gesagt, das wollen wir gerne aufnehmen. Und die haben dann gesagt, ok, was uns alle auch im Nachhinein so ziemlich wundert! Beim zweiten Album hatten wir viel weniger Zeit, weil wir oft unterwegs und auf Tour waren. Daher hat sich Sophia in Aufnahmeprogramme reingearbeitet und dann haben wir alle Songs am Laptop vorgebaut. Mit den vorproduzierten Songs sind wir dann erstmal zur Plattenfirma und dann ins Studio gegangen. Deswegen war es ein ganz anderes Aufnehmen im Studio, weil man sich viel klarer war, was man eigentlich vorhat.

War die Titel-Findung zu „Wenn das Feuerwerk landet“ wieder so schwierig wie beim ersten Mal?

Isa: Ja, war schon schwierig. Wir saßen ganz oft abends zusammen im Studio und haben diskutiert und waren uns sehr uneinig. Aber der Titel war schon ziemlich früh da, ich weiß noch, dass Ole ihn mal vorgeschlagen hat und ich fand ihn doof, weil ich ihn nicht so richtig in Verbindung zu dem Album gesehen habe. Irgendwann hat es sich mir total erschlossen und ich mag ihn jetzt auch richtig gerne. Wir sind auch alle total glücklich damit, aber das ist immer ein schwieriger Prozess.
Ole: Es ist ja auch total schwierig, denn so ein Albumtitel sollte ja im besten Fall eine Klammer für das ganze Album sein und die Geschichte zum Album repräsentieren. In unserem Fall, wo wir ja kein Konzeptalbum gemacht haben, ist es natürlich schwierig eine solche Klammer erstmal zu finden.

Was bedeutet denn der Titel?

Jakob: Zum einen ist es ein Zitat aus dem Song „Für immer da“ des neuen Albums. Die Idee hinter „Wenn das Feuerwerk landet“ ist: Etwas ganz Großes ist vorbei und man guckt gleichzeitig, was kommt danach? Egal ob man sich freut oder vielleicht Angst hat, einfach dieser Wendepunkt, wenn man mit neuer Energie an etwas rangeht. In dem Song „Für immer da“ geht es eben auch um Silvester und das ist ganz passend für die Geschichte des Albums. Intensiv haben wir uns damit nach unserer USA-Tour befasst. Als wir einen Monat in den USA unterwegs waren, war das der Höhepunkt mit unserem ersten Album und dann kommen wir wieder zurück, sitzen in diesem 8m² Bunker in Hamm und denken uns so…joa und jetzt? Das war für uns ein prägender Punkt für das zweite Album und deswegen fanden wir den Titel sehr passend.
Sophia: Das Silvester-Ding ist ja auch etwas Krasses. Das man quasi das alte verabschiedet, egal ob es gut oder schlecht war, mit einem großen Feuerwerk und gleichzeitig das Neue, Unbekannte damit begrüßt. Dass man die Vergangenheit und die Zukunft in einem feiert.

In „Sekundenstill“ heißt es, „Aus Träumen wurden Dinge, die wir einfach machten…“ Was habt ihr euch denn damals erträumt?

Sophia: Ich hatte einen Traum, ich wollte einmal Sprinter fahren, und einmal außerhalb von HH spielen. Das haben wir geschafft!
Ole: Ich weiß das klingt platt, aber am Anfang war es das Größte, in irgendeinem Hamburger Club backstage zu sitzen und Freibier zu trinken. Es ist in unserer ganzen Bandgeschichte immer so gelaufen, dass wir nie die ganz großen Ziele verfolgt haben.  Wir sind auch immer so mehr oder weniger voran gestolpert, und dann waren wir plötzlich da und dann ging es weiter.
Isa: Mein Traum war es auf dem Hurricane zu spielen, weil es das Festival war, seitdem ich 15 war, jedes Jahr hingefahren bin und alle großen Bands gesehen habe. Und letztes Jahr haben wir da gespielt, und das hat sich schon so angefühlt als ob ein Traum in Erfüllung geht.
Jakob: Tonbandgerät hat sich eben nicht entwickelt aus so Popkurs-Absolventen, die sagen, jetzt wollen wir genau diese Ziele erreichen und um das zu schaffen überlegen wir uns ein Konzept. Irgendwann haben wir halt schon gesagt, das wäre voll cool, wenn wir davon leben könnten. Wir wollen das jetzt versuchen und stecken da jetzt viel Energie rein, so sind immer mehr Sachen dazu gekommen. Allein schon das wir einen Monat durch die USA touren, das hat niemand von uns irgendwann gedacht, vor allen Dingen mit deutschsprachiger Musik. Auch jetzt in Hamburg die Große Freiheit ausverkauft zu kriegen, damit hätte auch niemand gerechnet.

Und wovon träumt ihr jetzt noch?

Sophia: Im Stadtpark spielen, das wäre cool!

Sophia, du schreibst ja die Songs, habt ihr das festgelegt, dass nur einer die Songs schreibt oder kam das ganz automatisch?

Isa: Sophia hat schon in der Band, die wir davor hatten, die Songs geschrieben.
Ole: Das war auch der erste Kontakt den wir hatten, Sophia hat geschrieben, wir wollen eine Band, aber ich möchte gerne die Songtexte schreiben, hör dir das mal an, ob du dir das vorstellen kannst. Am Anfang war ich auch erst unsicher. Aber dann fand ich es auch total spannend wie Sophia getextet hat und wollte das mal ausprobieren.

Unternehmt ihr auch außerhalb der Band Dinge gemeinsam?

Isa: Also ehrlich gesagt, sehen wir uns grade jeden Tag, weil immer was ansteht. Das macht auch total viel Spaß, aber ich glaube, wenn wir denn jetzt noch abends ins Kino gehen würden, dann haben wir sonst keine anderen Kontakte mehr.
Sophia: Letzte Woche waren wir auf einem Konzert zusammen. Aber nicht, das wir jetzt 24h am Tag zusammen sind. Ich glaub das wär auch sehr ungesund.

Habt ihr Rituale beispielsweise vorm Konzert?

Ole: Ja, erstmal hat jeder für sich individuell etwas. Und bevor wir auf die Bühne gehen, singen wir alle einen Song zusammen mit Akustikgitarre.

Was für Musik hört ihr denn selber privat?

Isa: Unterschiedlich. Ole und ich finden grade Death Cab for Cutie toll.
Ole: Und die neue Wombats Single, die ist richtig gut!
Jakob: Wir spielen ja auch aufm Deichbrand, worüber wir uns total freuen und wir haben die Hoffnung, dass sie vielleicht an dem gleichen Tag spielen, dass wir sie sehen könnten. Das wäre cool!

Habt ihr definitiv vor in der Musikbranche zu bleiben oder will jemand von euch nochmal was ganz anderes machen?

Isa: Uns macht dieses Musikding grade super viel Spaß, aber man weiß natürlich nie, wie lange wir das jetzt noch machen können. Hoffentlich so lange wie möglich.
Ole: Hat auf jeden Fall bisher noch niemand angekündigt, dass er in den nächsten zwei Jahren um die Welt segeln will oder ein Café oder Burger Laden aufmachen will.
Sophia: Vor ein / zwei Jahren hatten wir alle mal gedacht, dass wir einen Burger Laden aufmachen, weil wir dachten, das wäre die Goldgrube.
Ole: Aber dann kam Samy Deluxe!

Was erwartet uns denn auf der kommenden Tour? Wie ist das für euch, dass einige Konzerte schon lange vor Beginn ausverkauft sind?

Jakob: Wir sind jetzt grade schon am Live-Proben, was auch total geil ist mit den neuen Songs. Allerdings haben wir jetzt bei dem Album festgestellt, dass wir das gar nicht so spielen können zu viert. Weil wir schon alle Songs vorgebaut hatten, mussten wir feststellen, dass uns da noch jemand fehlt. Deswegen haben wir uns noch einen Live-Gitarristen dazu geholt, der uns jetzt auf der Bühne unterstützt. Und das klingt ziemlich gut.
Ole: Live spielen ist schon eine der tollsten Sachen, die man als Band machen kann. Das haben wir jetzt ganz schön lange gar nicht gemacht, einfach weil wir so viel mit dem Album zu tun hatten und deswegen brennen wir schon! Wir freuen wir uns auch auf den Festival-Sommer!

Milena Kettner

Foto: Alex Bach

 

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