Guido Maria Kretschmer: Stil kennt keine Größe!

Frauen lieben Guido Maria Kretschmer! Der Designer versteht einfach, was sie wollen! Dass zeigt er einmal mehr mit seiner neuen Kollektion, die er in Hamburg präsentierte. Dabei verriet er uns, was für ihn Fashion-Fauxpas sind und welcher sein persönlicher war.

Foto: Heine/heine.de

Der Frauen-Versteher: Starke Mädchen schrieben dem Star-Designer, es gibt keine wirklich angesagte Oversize-Mode. Anlass genug für den 48-jährigen, Mode für Mollige zu machen. Foto: Heine/heine.de

HAMBURG WOMAN: Mode für Mollige – warum?

Guido Maria Kretschmer: Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, dass mollig sein nicht unbedingt die Eintrittskarte dafür ist, nur langweilige Oversize-Mode zu tragen. In den letzten Jahren haben mich oft E-Mails erreicht, die dieses Thema angesprochen haben und ich sehe es auch regelmäßig in meiner Sendung „Shopping Queen“, wie schwer es für Frauen mit einer größeren Konfektionsgröße ist, Modisches in den Geschäften zu finden.

Warum hast du im Rahmen deiner „normalen“ Kollektion keine Mode für „stärkere Mädchen“?

Die High Fashion-Betriebe nehmen solche Aufträge gar nicht an. Für die hört Mode schon oft bei Konfektionsgröße 40 auf.

Problemzonen – nur ein Thema bei fülligeren Frauen?

Ich denke, dass auch ganz schmale Mädchen ihre Probleme haben. Als Brett ist es auch nicht einfach Proportionen zu zaubern. Jede Frau sollte die Arme weit aufmachen für den Konstitutionstyp, der sie ist. Ich habe mit meiner neuen Kollektion auch versucht, niemanden auszugrenzen. So ist die Mode bereits ab Größe 40 erhältlich, was nicht bedeutet, dass man mit dieser Kleidergröße schon als mollige Frau durchgeht. Auch passen in einige Teile Frauen mit Größe 38 oder 36. Ich bin einfach ein Fan demokratischer Mode, die für alle gemacht ist.

Was haben dicke Frauen, was dünne nicht haben?

Auf alle Fälle etwas mehr Gewicht und sie schwitzen ein bisschen mehr… Was den Humor anbelangt, vielleicht stimmt die Behauptung, dass mollige Frauen davon mehr haben. Ich denke, das liegt aber daran, weil in ihnen einfach mehr Leichtigkeit steckt und zwar aus dem Grund, weil das Leben für sie in einigen Bereichen aufgrund ihres Körpers einfach schwerer ist. Letztendlich möchte ich das aber nicht verallgemeinern, es gibt solche und solche – bei dicken sowie auch dünnen Frauen.

Goes und No-Goes?

Ein Go ist es, gescheit zu sein – das hilft schon einmal sehr. Ein weiteres ist es Farben zu tragen, die mit der Haut korrespondieren, der richtige BH ist auch sehr wichtig und dass die Tasche zur Körperproportion passt. Was ich gar nicht gut finde, dass sind auf dem Rücken geschnallte kleine Rucksäcke, Trekking-Sandalen und mir gefallen nicht so sehr Wolle an den Beinen, ungepflegte Füße in Sandalen oder Joghurt-Flecken auf T-Shirts.

Dein persönlicher Fashion-Fauxpas?

Der ergab sich in einer Silvester-Nacht. Irgendwie hatte ich fälschlicherweise gedacht oder verstanden, dass das Motto der Party „Country“ sei. So tauchte ich auf dem Event im kariertem Vivienne Westwood-Anzug auf. Alle anderen waren aber, wie halt oft üblich bei einer Silvester-Party, elegant im Smoking unterwegs. Ich sah einfach total verkleidet aus.

Wird es eine zweite Kollektion für große Größen geben?

So genaue Gedanken habe ich mir noch nicht gemacht.

Christiane Kaufholt

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