So entdecken Kinder die Natur!

Für Kinder ist es eine prägende Erfahrung, die Natur hautnah erleben zu können. Wir verraten hier Tipps für kindgerechtes Gärtnern und spielerisches Entdecken von Fauna und Tierreich.

Im heutigen immer mehr digital geprägten Alltag erfahren die Kinder zunehmende Entfremdung: virtuelles Leben im Netz, Laptop-Arbeit, Fast-Food und Fertiggerichte, vorgefertigte Spiele und Edutainment-Angebote.

Bei so viel Fremdbestimmung ist es wichtig, seinen Kindern eine Rückkehr zum „ursprünglichen Leben“ zu ermöglichen. Kinder sollten schon in ganz jungen Jahren die Natur entdecken und erleben. Sie sollten ihren Spaß haben, draußen zu spielen, zu experimentieren, zu basteln und zu beobachten.

Ganz einfach umzusetzen ist das im eigenen Garten. Besonders interessant ist es für die Kinder, wenn sie im heimischen Grün ihr eigenes Beet haben, für das sie alleine Verantwortung tragen. Für Balkonbesitzer besteht die Möglichkeit, kleine Kinderbeete in Töpfen, Schalen oder Kästen anzulegen.

Lieblingspflanzen der Kinder

Für Kinder sind Blütenstände, ihre unterschiedlichen Konstruktionen und Farben sowie ihre Samen faszinierende Untersuchungsobjekte – und zwar nicht nur ihrer selbst wegen, sondern auch, weil blühende Pflanzen viele zu beobachtende Insekten und Tiere anlocken und damit ideale Objekte für die Tierforscher in spe sind.

Deshalb möchten Eltern ihren Kleinen einen Gefallen bereiten, gibt es im Garten statt einer dressierten Rasenfläche eine bunte „Natur-Wiese“.

Pflanzen die jungen, aber oft noch sehr ungeduldigen Gärtner selber die Blumen und Pflanzen an, favorisieren sie vor allem die Sorten, die aufgrund ihres kurzen Lebenszyklus schnell wachsen, wie z.B. die einjährige Sonnenblume, die bereits nach 14 Tagen blühende blauviolette Phacelia oder die Ringelblume.

Begeistert sind die Kinder natürlich auch von allen Pflanzen, Kräutern, Obst- und Gemüsesorten, die geerntet, gegessen und/oder mit denen gebastelt werden kann: So eigenen sich z.B. die Blüten des mehrjährigen Lavendels zum Befüllen kleiner Säckchen, die man verschenken kann. Die getrockneten Triebe des Thymians als Strauß zusammengebunden beglücken jeden Hobby-Koch und Maßlieben (Gänseblümchen) können zu wunderschönen Kränzen geflochten werden und erfreuen jedes Mädchen.

Zum Essen und Naschen eignen sich aufgrund ihres schnellen Wachstums besonders Obst- und Gemüsesorten wie Erdbeeren, Kresse, Radieschen, Zucchini, Cocktail-Tomaten oder Bohnen. Aber auch Kräuter wie u.a. Schnittlauch, Zitronenmelisse und Petersilie, die das Pausenbrot kulinarisch aufpeppen, sind bei Kindern sehr beliebt – und wer an Halloween einen Kürbis aus dem eigenen Beet zum Schnitzen hat, wird darauf zu Recht stolz wie ein König oder wie eine Königin sein.

In der Natur gibt es vieles zum Basteln zu entdecken. Aus Gänseblümchen können z.B. hübsche Kränze geflochten werden. Foto: Helene Souza/ pixelio.de

In der Natur gibt es vieles zum Basteln zu entdecken. Aus Gänseblümchen können z.B. hübsche Kränze geflochten werden.
Foto: Helene Souza/ pixelio.de

Beet-Favoriten der Kinder: Rasant wachsende und genießbare Pflanzen wie Erdbeeren. Foto: Luise / pixelio.de

Beet-Favoriten der Kinder: Rasant wachsende und genießbare Pflanzen wie Erdbeeren.
Foto: Luise / pixelio.de

Kindgerechtes Beet und Werkzeug

Das Kinderbeet sollte an einem sonnigen Platz nahe dem elterlichen Beet angelegt sein. So können sich die jungen Gärtner die wichtigsten Handgriffe gleich bei den Großen abschauen. Das Beet sollte in seinem Ausmaß dem körperlichen Wachstum des Kindes angepasst sein.
Das heißt, wenn das Kind neben dem Beet hockt, muss es mühelos mit den Händen mindestens bis zur Mitte des Beetes reichen können.

Bei der Beetform und der Anordnung der Pflanzen sollten der kindlichen Fantasie keine Grenzen gesetzt werden. Besonders lustig ist es beispielsweise, wenn das Beet die Körperumrisse des Kindes hat.

Dazu legt sich der kleine Gärtner auf den Boden, breitet die Arme und Beine aus und die Umrisse werden markiert. Anschließend wird genau diese Fläche aus- und umgestochen.
Mit Steinen lässt sich die Beet-Abgrenzung des originellen Kinderbeets mühelos gestalten. Und pflanzt man nun das Gemüse und die Pflanzen nach einer „Kleiderordnung“, entsteht ein Spiegelbild, das sein Besitzer bestimmt zum Fressen gerne hat!

Bei den Gartengeräten – fass man überhaupt spezielle Geräte für das Kind kaufen möchte – ist es wichtig, auf Stabilität und Funktionalität zu achten. Mehr als eine normale Pflanzenschaufel und die dreizinkige, handliche Hacke brauchen Junggärtner im Kindergarten- oder Grundschulalter für ihre Bodenbearbeitung nicht. Denn umgraben sollte man eh nicht, um die Bodenschichten und damit das reiche Leben in ihnen nicht unnötig durcheinander zu bringen.

Eine 2-Liter-Gießkanne sollte aber auf keinen Fall fehlen – damit Groß und Klein früh morgens und abends im Duett ihre Saaten und Pflanzen gießen können!

Bunte Pflanzen locken nicht nur Tiere an, sondern auch Kinder. Die jungen Gärtner interessieren sich viel mehr für bunte Natur-Wiesen als dressiertes Grün. Foto: Petra Dirscherl / pixelio.de

Bunte Pflanzen locken nicht nur Tiere an, sondern auch Kinder. Die jungen Gärtner interessieren sich viel mehr für bunte Natur-Wiesen als dressiertes Grün.
Foto: Petra Dirscherl / pixelio.de

Erlebtes kreativ festhalten

Es wäre schade, die Beobachtungen, die die Kinder über die Jahre in ihrem Beet oder in der freien Natur machen, nicht festzuhalten und in Vergessenheit geraten zu lassen.

Eine tolle Idee ist es, die Entdeckungen von Pflanzen oder Tieren – meist Insekten oder Vögel – in einem Buch zu vermerken.

Eine weitere Anregung, um die Naturerfahrungen der Kleinen festzuhalten, ist ein Herbarium (Pflanzenalbum): Darin werden durch Trocknen und Pressen konservierte Pflanzen, Blumen und Kräuter eingeklebt und mit Namen sowie Entdeckungsdatum beschriftet.

 

BUCHTIPP:

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„Mit Kindern das Landleben entdecken“ von Christine Pfützner, erschienen im Dort-Hagenhausen-Verlag, 19,95 €.

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