In der Welt von Instagram scheint vieles makellos und wunderschön, nur wenige präsentieren sich, wie sie wirklich sind. Influencerin Anna Frost ist eine von ihnen und teilte ihren Körper nach der Schwangerschaft mit ihrer Community. Hamburg Woman hat die erfolgreiche Hamburgerin aus Othmarschen gefragt, warum sie ganz intime Momente öffentlich macht und was ihr persönlich besonders wichtig ist.

 

Hamburg Woman: Du hast mit deinem Blog „Fashionpuppe“ begonnen, 2015 wechselte der Name zu „Fafine“ – warum?

Anna Frost: „Fafine“ ist Polynesisch und bedeutet „Frau“. Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, beschäftigte ich mich hauptsächlich mit jugendlichen Fashionthemen. In den letzten 12 Jahren hat sich mein Leben grundlegend verändert, ich bin nun Mutter, Ehe- und Geschäftsfrau. Der Name „Fashionpuppe“ passte einfach nicht mehr zu mir.

(c) Anna Frost

Du sagst selbst, dass das Mum-Thema immer mehr und mehr dominierte. Du hast dich nach deiner Schwangerschaft ganz offen bezüglich Selbstliebe geäußert und deinen Körper nur in Unterwäsche online präsentiert.

Mein Blog lebt seit Beginn an schon immer von meinen ganz persönlichen Themen. Ich hatte Angst, im wahrsten Sinne des Wortes, die Hose runter zu lassen und war ehrfürchtig gespannt auf die Reaktionen. Nach meiner zweiten Schwangerschaft war ich vollkommen unzufrieden mit meinem Äußeren und habe mich trotzdem öffentlich im Internet abgebildet und über mein Leiden gesprochen. Offensichtlich habe ich damit aber genau in eine Kerbe getroffen und sehr vielen Frauen aus dem Herzen gesprochen. Es ist nun einmal so, dass wir durch Social Media oder TV gezeigt bekommen, wie Frauen angeblich auszusehen haben, aber die Realität sieht nun einmal einfach anders aus. Ich bewundere Frauen absolut, die mit sich im Reinen sind und ihre Makel gut finden – aber diese Selbstliebe, gerade nach zwei Schwangerschaften, ist eben einfach wahnsinnig schwer. Dieser Druck, sich selbst zu lieben, ist eine Last und genau darüber möchte ich auch sprechen. Als ich in den Spiegel gesehen habe, war ich nicht fasziniert davon, zweifache Mutter zu sein, sondern sah einfach meinen Körper, den ich nicht schön fand. Solange ich mit meinen Beiträgen nur eine Person erreiche, hat es sich für mich schon gelohnt. Ganz ehrlich hatte ich bei der Veröffentlichung meiner Bilder wirklich Herzklopfen, was mich erwartet, aber ich bin froh, wenn ich dem Thema „Selbstliebe“ eine Stimme geben kann. Positive Reaktionen tun gut und geben mir die Energie, weiterzumachen und weiterhin kritische Themen zu behandeln.

Du bist Stilvorbild, Ratgeberin und jetzt auch noch Designerin.

Ich habe tatsächlich eine Schmuckkollektion aus recyceltem Gold entworfen, die in Deutschland produziert wird. Mir war sehr wichtig, dass alle Materialien aus ethisch korrekten Quellen kommen. Die Kollektion ist eine Hommage an die Frau, speziell an die Mutter, die alles gebärt. Meine Oma liebte Perlen über alles, hier steht die Perle für die Frau, die ihre Familie und ihre Kinder beschützt. Von daher hat diese Auswahl eine ganz besondere Bedeutung, wobei jedes Stück einen Namen tragen soll, der die Eigenschaft einer Frau widerspiegelt. Die Geschichte dazu ist einfach vielsagend, die ich gerne ausbauen möchte.

Du bist von Sternzeichen Widder. Das heißt…

…immer mit dem Kopf durch die Wand.

von Kimberley Schulz

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