Es gibt wohl kaum eine Musikrichtung, die die Nation mehr spaltet. Der eine hasst, der andere liebt sie. Moderatorin und Sängerin Nina-Marlisa Lenzi hat ihr Herz schon früh an den Schlager verloren. Wir haben die Eppendorferin passend zur Veröffentlichung ihrer neuen Single „Scheissgefühle“ getroffen.

Alstertal Magazin: Am 14. Juni erschien unter deinem Namen „Nina Marlisa“ deine erste Single-Auskopplung aus dem gleichnamigen Album „Scheissgefühle“, das im Herbst erscheinen soll, wieso Schlager?
Nina-Marlisa Lenzi: Ich habe den Schlager schon immer geliebt. Ich mag schöne Melodien und tiefgründige Texte, die Geschichten erzählen und in denen man sich wiederfinden kann. Mit meinen Songs erzähle ich von ganz persönlichen Erlebnissen. Die Story von „Scheissgefühle“ hat wahrscheinlich jede Frau schon einmal erlebt: Sie wurde frisch verlassen und hat erst einmal genug von der Liebe, doch dann steht plötzlich der nächste Mann vor ihr, der ihr den Kopf verdreht, obwohl sie es eigentlich gar nicht gebrauchen kann.

Schreibst du deine Songs auch selbst?
Ja, meine Lieder schreibe ich selber. Ich arbeite mit Justin Balk und Bernd Klimpel, zwei tollen Produzenten zusammen, die auch schon mit Künstlern wie Udo Lindenberg, Sarah Connor oder Matthias Reim gearbeitet haben. Wir sind ein super Team. Wenn ich meine Songs geschrieben habe, gehen wir sie gemeinsam durch, das ergibt eine interessante Mischung, die gute Laune macht. Auf dem Album sind aber auch sehr emotionale Songs. Eine Ballade liegt mir besonders am Herzen. Sie heißt „Nie vergessen“ und entstand durch ein Gedicht, das mir meine Freundin Marret zum Tod meiner Mutter geschrieben hat.

Du bist Moderatorin, jetzt wagst du den Schritt ins Musikbusiness als Sängerin. Fällt es dir durch deine Bühnenerfahrung vielleicht einfacher?
Ich bin nun schon viele Jahre im Geschäft und habe durch meinen Beruf als Moderatorin keine Hemmungen, vor Publikum aufzutreten. Trotzdem ist es dann doch noch etwas komplett anderes, es ist total neu für mich, auf der Bühne zu singen. Ich bin natürlich ganz anders aufgeregt… Meine Ausbildung an der Stage School Hamburg ist ja nun auch schon ein paar Jahre her.

Viele Leute stehen der Schlagermusik sehr kritisch gegenüber, wie erlebst du das in deinem Umfeld?
Natürlich gibt es immer Menschen, die die Musik nicht genauso mögen, wie man selbst, aber für mich ist es sehr wichtig, dass meine Familie mich unterstützt und ich das machen kann, was ich persönlich schon immer wollte und mich glücklich macht. Der Support von meinem Mann Oliver und unseren beiden Kindern Otto und Pepa ist sehr wichtig, ich war immer schon beruflich viel unterwegs und es bedeutet mir einfach viel, den Rückhalt zu haben. Jeder hat seine Musikrichtung und ich bin auch keinem böse, der Schlager nicht so liebt wie ich.

Wie ist es denn für dich, jetzt auch für die Musik mal länger unterwegs zu sein?
Durch meinen Beruf kannte ich es vorher ja auch nicht anders, mal eine Zeit oder eine Nacht woanders zu sein. Ich liebe das Mama-Sein wirklich sehr, aber ich brauche auch meine Projekte, in denen ich ebenfalls aufgehen kann. Die richtige Balance ist wunderbar, durch die Mischung freut man sich auf beides immer wieder. Wenn ich von meinen Reisen zurückkomme, ist es wirklich schön, die Familie wiederzusehen. Ich versuche immer einen gesunden Mittelweg zu finden, damit alle glücklich sind.

ks

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