San Glasers musikalische Reise

Jazzsängerin San Glaser ist zurück – mit neuer Musik, einer neuen Sehnsucht nach ihrer Heimat in den Niederlanden und neuen Zielen: musikalisch und persönlich. HAMBURG WOMAN traf sie im Literaturhaus zum Gespräch. 

Möchte nicht, dass ihr jemand reinredet: San Glaser hat vor Kurzem mit ‚Dutchland‘ ihr eigenes Plattenlabel gegründet. Foto: Stefan Grossjohann

Möchte nicht, dass ihr jemand reinredet: San Glaser hat vor Kurzem mit ‚Dutchland‘ ihr eigenes Plattenlabel gegründet.
Foto: Stefan Grossjohann

Dein neues Album ‚Beautiful Strangers’ ist gerade beim Label ‚Dutchland’ erschienen …
Genau, Dutchland ist mein eigenes Plattenlabel. Es heisst Dutchland, weil das Wort einerseits wie das Wort Deutschland aussieht, es klingt ein bisschen wie Deutschland, es fehlen aber nur zwei Buchstaben um davon Deutschland zu machen. Und die Holländer sind ja ‚the Dutch’. Manchmal ziehe ich mich auf meine eigene kleine Insel zurück – das ist Dutchland.
Meine Zeit bei EMI Music ging letztes Jahr zu Ende und ich konnte mich entscheiden in welche Richtung es gehen soll. Wollte ich mich wieder bei anderen Firmen vorstellen gehen? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Fremde mir musikalisch reinreden, weil der Markt es gerade so will.

Wie sehr bist du von deiner Heimat Holland beeinflusst?
Meine Umgebung sagt mir oft, dass ich die Lauteste von allen bin. Das zeige ich, indem ich sehr touchy bin mit den Leuten, sie also im Gespräch berühre. Das ist etwas sehr Holländisches. Ich habe einen kleinen Akzent, aber den empfinde ich gar nicht mehr so stark Und in den letzten Jahren habe ich eine versteckte Sehnsucht nach Holland bei mir entdeckt. Ach ja, und ich liebe Pommes mit Erdnusssauce!

Was magst du an Hamburg?
Ich habe einen Dackel. Mit dem gehe ich jeden Tag an die Alster. Manchmal auch nach St. Georg, das ich sehr liebe. Dann gehe ich ins Café Koppel, weil ich seit fast 4 Jahren vegan lebe. Ich mag auch das Elbgold in der Schanze sehr gerne. Hamburg ist grün und wie ein Dorf. Was mag ich eigentlich nicht an Hamburg? (lacht)

Was ist dein musikalischer Stil?
Meine ersten beiden Alben waren jazziger als dieses Album. Ich finde es immer schwierig meinen Stil zu beschreiben. Wenn man mich fragen würde: Was machst du denn? Würde ich antworten: Musik, Songs. Eine Mischung aus Singer-Songwriter, Jazz, Soul und Country. Es gibt auf jeden Fall ein Publikum dafür! Alle Leute, die ich mit meiner Musik erreiche.

Wie wichtig sind Social media für Künstler heutzutage?
Ich habe einen Twitter und Instagram-Account und eine Facebook-Seite. Man kann als Künstler die Leute einfach ganz toll erreichen. Ich habe aber auch nicht jeden Tag das Bedürfnis online zu sein. Wenn es Etwas zu berichten gibt bin ich total gespannt, wie das so ankommt. Ich denke aber auch, dass es noch ohne Social media gehen würde. Jeder geht da seinen Weg.

Anna-Maria Koy

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