Alles für die Schönheit? Topmodels wie Heidi Klum und Gisele Bündchen haben seit Jahren einen festen Platz im Modelbusiness. Doch wie sieht es mit den Laufstegmodels aus, die ihre Karriere oftmals noch vor sich haben? Dort kann man fast gar nicht dünn genug sein. Ist das aber noch gesund und schön? Die Redakteurinnen Valeska Fuhlenbrok und Julia Ulbrich sind unterschiedlicher Auffassung.

Valeska Fuhlenbrok, Redakteurin
Die Modewelt ist eine Parallelwelt zur eigentlichen Realität, die ihren eigenen Gesetzen gänzlich unterliegt – das habe ich während meines Modedesign-Studiums selber erleben dürfen. Protagonist – wie sollte es anders sein – ist das Kleidungsstück, was in Perfektion zum Glanze erstrahlen soll und das tut es an einem schlanken oder auch mager-geschimpften Körper einfach besser. Im Gegensatz zu einer metallischen Stange, schafft es ein Model, dem Kleidungsstück Leben einzuhauchen, es organisch und anmutig fließen zu lassen und Faltenwürfe zu zaubern und damit zu spielen. Wenn man so will, kann man sie als lebendige Kleiderstangen bezeichnen. Die körperliche Gesundheit der Akteure steht dabei nicht im Vordergrund und findet leider keine, oder wenig Beachtung. Die ästhetische Schönheit des Gesamten Auftritts wird demnach nicht am Körper oder der Individualität des Wesens vom Model, sondern an dem Kleidungsstück, dem Make-up und der Frisur gemessen. Wer also Model werden will, sich der Modewelt verschreiben möchte, weiß, worauf er sich einlässt. Dass der Mode-Magerwahn immer wieder große Empörung auslöst und oft mit Magersucht in Verbindung gebracht wird, finde ich übertrieben. Zumal sie in den meisten Fällen Folge psychischer Probleme ist und nichts mit Mode zu tun hat. Sicher leiden viele Models unter Essstörungen, doch jeder ist für sein Handeln verantwortlich und kann jederzeit die Notbremse ziehen.

Valeska

 

 

 

Julia Ulbrich, Redakteurin,
Die Schere zwischen Magermodels und Plus Sized Models ist in der heutigen Zeit gespreizter denn je.
Wer an Models denkt, assoziiert den Begriff mit Topverdienern der Branche, wie Heidi Klum und Toni Garrn. Beispiele für schlanke, wunderschöne Models und Frauen. Betrachtet man die Laufstege der Fashion Weeks dieser Welt, eröffnet sich ein völlig anderes Bild von Models. Die Mädchen können mit ihren oftmals 15, 16 Jahren nicht dünn genug sein und hungern sich nicht selten auf Kleidergröße 34, 32 runter. Dazu werden sie nicht gezwungen, jedoch ist klar, wenn sie es nicht auf die gewünschte Kleidergröße schaffen, sind sie raus. Gerade als junger Hüpfer bist du überfordert, willst weiterkommen, dazu gehören und gerätst in einen Gedankenstrudel aus Selbstzweifel, Selbsthass, Verzweiflung, Angst und Druck. Viele Mädchen sind in dem Alter auch noch sehr beeinflussbar und wissen nicht wann Schluss ist, oder schaffen es nicht „Stopp“ zu sagen. Stefanie Giesinger, Germanys‘s Next Topmodel-Gewinnerin 2014, verriet in einem RTL-Interview, dass die Karriere auf dem Laufsteg sehr schlimm sei: man verdiene kaum etwas, werde ausgenutzt, habe kein Mitspracherecht und werde nur als Puppe gehandhabt.
Man muss hart im Nehmen sein, um in dieser Welt, die für sich richtigen Entscheidungen zu treffen, sowohl physisch als auch psychisch, um nicht kaputt zu gehen. Gesund und schön ist das meiner Meinung nach oftmals nicht mehr…

Foto: Max Mara

Julia

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