St. Pauli wird hauptsächlich mit leichten Mädchen und schweren Jungs in Verbindung gebracht. Um dem etwas entgegenzusetzen gibt es zurzeit die Ausstellung „Sankt Paulis starke Frauen“ im St. Pauli Museum, denn: St. Pauli ist fest in Frauenhand.

Wer das kleine Museum auf der Davidstraße kennt, weiß dass es viel Geschichte bietet. Zurzeit geht es in einer Sonderausstellung um die starken Frauen auf St. Pauli. Wir haben uns für euch dort umgesehen und den Museumsvorstand Jürgen Henke gesprochen.

„Starke Frauen sind für uns solche, die durch ihr Engagement und ihre Präsenz Einfluss auf den Stadtteil nehmen oder genommen haben“, erklärte Henke zum Konzept. „Diese prägen den Stadtteil schon seit jeher. Wir wollten sie deshalb einfach mal zum Mittelpunkt der Ausstellung machen.“

Eine großartige Sache, bei der offensichtlich Nachholbedarf besteht. Deshalb wird auch kein chronologischer Überblick gegeben. Stattdessen wurde bei der Auswahl der vorgestellten Frauen auf Kontraste gesetzt.

Neben dem Porträt und Kurzprofil der Widerstandskämpferin Francoise Bloch-Sérazin, die dem militanten Widerstand im Zweiten Weltkrieg angehörte und am 12. Februar 1943 in Hamburg hingerichtet wurde, hängt zum Beispiel das Bild der heute bekannten Eve Champagne, die die einzige biologische Frau in der Olivia Jones Familie ist. Was die beiden Frauen verbindet? Natürlich der Bezug zu St. Pauli!

WBild 1er in der Ausstellung ebenfalls nicht fehlen darf ist die Gräfin Heilwig. Sie gründete 1246 das Zisterzienserinnen-Kloster am „Hamburger Berg“. Heute ist der Ort als St. Pauli bekannt. Es war die erste Besiedlung auf St. Pauli, die urkundlich festgehalten wurde.

Im Sommer wird es einen zweiten Teil der Ausstellung geben. Das tolle dabei ist, dass das Museum für Besucher einen Postkasten anbietet, in den man Vorschläge für weitere Powerfrauen einwerfen kann.  Die Museumsgäste können die Sammlung also mitgestalten.

Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Der Eintritt kostet 5 €. Ermäßigt 4 € und zusätzlich zu den Exponaten an der Wand, gibt es auch eine Videodokumentation.

Text: Katrin Gochermann

Fotos: St. Pauli Museum

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