Ostsee-Schönheit

2.000 Küsten-Kilometer, mehr als jedes andere Bundesland, trennen Mecklenburg-Vorpommern von der Ostsee. Dank der DDR-Vergangenheit fast überall in unberührter Natur. In der liegt eine der schönsten Städte des Nordens: Wismar. Wir erklären, warum die Hansestadt einen Tagesausflug wert ist.

 

Wie ein Leuchtturm weist er den Weg in die Hansestadt: der 80 Meter hohe Turm von St. Marien. Schon Seefahrern wird er geholfen haben, wenn sie um die wunderschöne Insel Poel herum Kurs auf die Hafeneinfahrt Wismars genommen haben. Erstmals 1229 urkundlich erwähnt, lebt sie in der Blütezeit der Hanse – 1250 bis 1400 – auf. Weine aus Spanien, Italien und Frankreich, Pelze und Holz aus Russland, Felle aus Norwegen, auch Tuche, Seide und Wolle, vor allem aber Fische und Gewürze, Malz und Salz werden im Hafen umgeschlagen. Er prägt noch heute das Stadtbild, ist neben dem Kloster schönster Anlaufpunkt für Besucher. Genau wie die Altstadt, die 2002 zusammen mit der von Stralsund unter der Bezeichnung Historische Altstädte Stralsund und Wismar in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde!

Wer die Stadt besucht, sollte sich aber vor allem auch Zeit für die Kirchen nehmen – Backsteingotik pur. Am eindrucksvollsten habe ich sie in St. Nikolai erlebt. Der imposante Bau wurde 1381-1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer errichtet. Ein magischer Ort, dessen Stille und Dimension einen ergreift. Kein Wunder: Das Hauptschiff ist mit 37 Metern Gewölbehöhe das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands und das zweithöchste im Sakralbau der Backsteingotik. Und wer noch das Glück hat, die 173 Jahre alte Orgel in Aktion zu hören, wird St. Nikolai so schnell nicht vergessen!

Zurück am Marktplatz lohnt ein Blick in den „Alten Schweden“. 1830 erbaut, einst Bürgerhaus, jetzt Restaurant. Der Name erinnert an Wismars Epoche unter der Herrschaft Schwedens (mit Unterbrechungen 1632-1903). Fast zu viel Kultur für nur einen Tag in der schönen Ostsee-Stadt.

Kai Wehl

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