Er ist ein wahrer Tausendsassa: Er moderiert im TV und Radio, zum Beispiel die Sendung „Mein Nachmittag“ im NDR, schreibt Bücher, musiziert – und das alles zum größten Teil auf Platt! Jetzt kommt Yared Dibaba ins Sasel Haus. 

Der Veranstaltungstitel „Moin tosomen“ verrät: Es wird um das Plattdeutsche gehen. Aber wie genau der Abend ablaufen wird, ist bei Tausendsassa Dibaba nicht ganz klar.

Er selbst will auch nicht zu viel verraten, nur so viel: „Es wird ein schöner plattdeutscher Abend für jedes Alter für Plattschnacker und Nicht-Plattschnacker. Diejenigen, die kein Platt können, werden die Sprache lieben lernen. Außerdem kann ich versprechen, dass keiner im Publikum sicher vor mir ist!“

Also einfach überraschen lassen! Der beliebte NDR-Moderator hat nach einer klassischen Kaufmannslehre zuerst Schauspiel in Bremen und anschließend noch Musik am Hamburger Konservatorium studiert. Seit 2008 veröffentlichte er mehrere Bücher auf Platt.

Aktuell arbeitet er gerade an einem ShantyAlbum, auf dessen Veröffentlichung er sich schon sehr freut! Viele Talente hat der Mann also! „Mir macht alles große Freude. Es ist ein wenig wie bei der Dreifelderwirtschaft. Ich beackere immer unterschiedliche Felder und eines ruht dann mal zwischendurch. Wenn ich meine Bücher schreibe, sind die Geschichten auch Grundlage für meine Soloabende. Ein paar Geschichten oder kurze Passagen finden sich auch in meinen Liedern wieder. Also irgendwie ist alles miteinander verbunden.“

Wie zum Beispiel bei seiner Sendung „Die Welt op Platt“, seine Erlebnisse und Erfahrungen, die er in dort gemacht hat, sind später auch als Buch erschienen. Er besuchte viele Norddeutsche in aller Welt, die freiwillig oder unfreiwillig ihre Heimat verlassen haben. „Ich habe mit vielen Plattschnackern gesprochen und viele Parallelen zu meiner Geschichte entdeckt. Das Verlassen der Heimat, sich in einer neuen Umgebung und Kultur zurechtfinden zu müssen. Und das Heimweh nach der alten Heimat.“

Denn geboren ist Yared Dibaba in der Region Oromia in Äthiopien, kam jedoch schon als kleines Kind mit seinem Bruder und seinen Eltern ins Platte Land, nach Norddeutschland. „Sein“ Dorf Falkenburg in der Gemeinde Ganderkesee ist für ihn immer noch ein Lieblingsort. Er liebt die Natur, „vor allem der Hasbruch, der immer noch von vielen als Urwald bezeichnet wird, ist ein herrlicher Ort für eine Wanderung.“

Aber auch seine erste Heimat Äthiopien ist ein Sehnsuchtsziel, „Dort lebt ein großer Teil meiner Familie, außerdem ist Oromia wunderschön, mit vielen Bergen, faszinierenden Seen und traumhaften Landschaften.“

Familie ist sowieso ein wichtiges Thema für Dibaba. Mit Frau und zwei Kindern muss er zwischendurch jedoch auch mal jonglieren, „wir eiern doch alle rum zwischen ‚möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen‘ und ‚Miete muss bezahlt werden‘ – mal gelingt es uns, mal weniger.“

Die Familie lebt in Altona, er ist also von Haus aus eher an der Elbe unterwegs. „Ich bin tatsächlich erst letztes Jahr mit dem Kanu die Alster entlang gepaddelt. Das ist ja wie Urlaub und so hab ich das in diesem Jahr gleich zweimal wiederholt. Das Alstertal finde ich sehr schön, sehr grün und ruhig. Es ist nur ein wenig weit weg von meinem Dorf namens Altona. Aber immer, wenn ich im Alstertal war, frage ich mich, warum ich eigentlich nicht öfter herkomme.“

Text: Milena Kettner
Foto: Oliver Reetz

Veranstaltungstipp:

Yared Dibaba: „Moin tosomen“ am 18.09.2015 um 20 Uhr im Sasel-Haus.
Tickets: 17,50 € im Sasel-Haus oder unter www.saselhaus.de
Infos unter Tel.: 040 – 60 17 16 0

Über den Autor

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.