Ein Garten hinter dem Haus? Wie langweilig! Immer mehr Hausbesitzer begrünen ihre Fassade, Carports und sogar Innenwände. Kommunen fördern das vertikale Wachstum.

Eine lebendige Wand aus Efeu, wildem Wein oder Kletterrosen an der Fassade hat es richtig in sich: Sie schützt das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen, dämpft Schall und verbessert das Klima. Bewohner freuen sich vor allem über den positiven energetischen Einfluss – immergrüne Pflanzen schwächen die Temperaturextreme im Winter und Sommer merklich ab. „Eine gepflegte Fassadenbegrünung sieht gut aus und spart Energie“, meint Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. „Damit können Eigentümer den Wert ihres Hauses steigern.“ Viele Städte und Kommunen fördern die Pflanzenschicht am Haus sogar – Hannover zum Beispiel mit bis zu 3.500 Euro an Zulagen. Ein Segen, sofern die Planung stimmt: Selbstkletternde Pflanzen wie Efeu zum Beispiel ziehen sich mit Haftwurzeln am Mauerwerk hoch und sind nicht für Fassaden mit Außendämmung geeignet. „Die Bausubstanz sollten Hausbesitzer vorher prüfen lassen, sonst können die Wurzeln in Fugen und Risse wachsen“, erklärt Expertin Stefanie Binder von BHW. Pflanzen wie Blauregen oder Kletterrosen wachsen lieber an Kletterhilfen empor. Je nach Aufwand sollten Hausbesitzer Kosten von 15 bis 35 Euro je Quadratmeter einplanen.
Immobilienbesitzer, die es nicht abwarten können, bis ihr Haus endlich zugewachsen ist, legen einen vertikalen Garten an. Ein Tragesystem mit bepflanzbaren Substratbehältern wird von Profis an der Gebäudewand installiert und mit bereits fertigen Pflanzen bestückt. So lassen sich zum Beispiel auch Mülltonnen, Carports und sogar Innenwände natürlich verschönern! Der durchschnittliche Einbauwert liegt bei ungefähr 700 Euro pro Quadratmeter.

Beitragsbild: Optischer Blickfang und Energiespar-Hilfe: Fassadenbegrünung. Foto: D. Masbaum/ BHW

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