Mit 26 Jahren hat Kristin Suckow schon einige Fernseh- und Theaterrollen gespielt. Ab Ende August wird sie im Ernst Deutsch Theater in der  Rolle der „Anne Frank“ zu sehen sein. Wir fragten bei der Berlinerin nach, wie es ist, so eine bedeutende Persönlichkeit zu verkörpern.

Frau Suckow, Sie spielen demnächst die Rolle der Anne Frank im Stück „Anne – Das Tagebuch der Anne Frank“. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Kristin Suckow: Ich habe zuerst das Tagebuch der Anne Frank erneut gelesen. Außerdem gibt es eine Reihe weiterer Zeugenberichte und Dokumentationen über Anne Frank und die Geschichte Ihrer Familie. Das ist eine tolle Möglichkeit, die Figur wirklich kennenzulernen, die man selten hat. Allerdings entsteht hier auch die Herausforderung einen Menschen zu verkörpern, den es wirklich gegeben hat. Ich möchte mit meiner Arbeit dieser beeindruckenden Persönlichkeit gerecht werden.
Wie ist es das wohl bekannteste jüdische Mädchen zu verkörpern?
Die Proben laufen sehr gut. Ich kann natürlich nicht in jedem Detail wissen, wie Anne Frank wirklich war. Ich benutze aber alle Informationen, die ich habe und meine Phantasie erledigt den Rest.
Haben Sie während der Proben neue Erkenntnisse über die Zeit des 2. Weltkriegs erlangt?
Ja, natürlich. Dadurch, dass man immer neue Menschen und Geschichten aufsaugt, erweitert sich der Horizont und man kann vieles davon auf sein eigenes Leben und die heutige Zeit übertragen. Diese Geschichte hat einen Symbolcharakter für die Auswirkung, die Unmenschlichkeit von Krieg, Rassismus und Diskriminierung. Das sind auch sehr relevante Themen unserer heutigen Zeit. Wir sollten nie damit aufhören uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Diese Beschäftigung ist, glaube ich, umso nachhaltiger, je mehr wir uns auch emotional damit beschäftigen, statt nur mit Fakten und Namen zu hantieren.
Wie wird die Inszenierung des Stücks aussehen?  
Ich glaube, dass wir mit der Inszenierung noch ein Stück weiter gehen können und den Zuschauern, diese beeindruckende Geschichte noch einmal auf eine andere Art und Weise näher bringen werden.
Es wird auf jeden Fall ein spannender Abend, der nicht nur tragische Ereignisse mit sich bringt. Die Hinterhaus-Wohngemeinschaft hatte auch spaßige Momente, die wir dem Publikum nicht vorenthalten wollen. Klar gibt es die Zeichen des Krieges: Fliegeralarm, Bombardement und Angst. Aber die Hinterhäusler hatten auch ganz alltägliche Sorgen: Streit um das Essen, Zahnschmerzen oder Liebeskummer.

 

(c) Patrick Witt

 

Julia

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