Kolumne: Brennt das olympische Feuer auch für uns Frauen?

Vielleicht sehen wir die 7-jährige Marlene als Teilnehmerin bei den Hamburger Olympischen Spielen? Die Hamburger Vize-Meisterin ist Sportmodel bei der Agentur Bühnenkind.

Vielleicht sehen wir die 7-jährige Marlene als Teilnehmerin bei den Hamburger Olympischen Spielen? Die Hamburger Vize-Meisterin ist Sportmodel bei der Agentur Bühnenkind.

Hamburg bewirbt sich für die olympische Fackel im Jahr 2024. Zunächst völlig euphorisch, kommen bei vielen Frauen nun wieder Zweifel auf: Was bringt Olympia uns Hamburger Frauen?

Redakteurin Valeska

Redakteurin Valeska

Vor allem nachdem klar wurde, was für eine emanzipierte Frauenquote wir bei der Abstimmung doch hatten – als Entscheider waren fast
nur Männer zu sehen! Stellt sich die Frage, ob der ganze Hype nur dem männlichen Ego zugutekommt? Wo bleiben wir Frauen, bei der männlichen Eitelkeit und dem Brustkorb-Getrommel? Fakt ist, dass die Spiele sehr teuer sind.
Alleine die Bewerbungsphase – sie soll sich bis in den Herbst 2017 ziehen –, wird die Stadt Hamburg 50 Millionen Euro kosten. Eine Hälfte soll von der Wirtschaft getragen werden, doch für die andere Hälfte soll der Steuerzahler aufkommen.
Hamburg hat bereits rund 25 Milliarden Euro Schulden, woher soll das zusätzliche Geld kommen? Einige Mütter befürchten, dass für das Projekt „Feuer auch für uns Brennt das Frauen? und Flamme für Olympia“ in den Bereichen Bildung und Kitas gespart wird. Wie und woher Hamburg das Geld nehmen wird, kann noch nicht konkret definiert werden. Fakt ist, dass Hamburg im Bereich Sportförderung sehr aktiv ist: Seit knapp vier Jahren organisieren 23 Großstadtvereine jährlich eine Kinderolympiade in der Alsterdorfer Sporthalle, um talentierte Sportler schon in frühen Jahren zu erkennen.
Für Trainer gibt Hamburg 400.000 € jährlich aus. Um perfekte olympische Spiele zu präsentieren, wird Hamburg noch mehr tun und unsere Kinder noch besser fördern. Ist das nicht etwas, von dem unsere Kleinsten profitieren?
Durch die olympischen Spiele bekommt Hamburg die Chance sich der Welt zu zeigen und hochkarätigen internationalen Besuch zu empfangen – für die gebildete intellektuelle Hamburgerin ist der kulturelle Austausch garantiert! Auch die Attraktivität unserer Stadt wird durch die olympischen Spiele in Hamburg enorm gefördert und welche Frau schlendert nicht gerne durch die City mit dem stolzen Gefühl, eine Hamburgerin zu sein – dieses Gefühl wird sich nach den Spielen in Hamburg mit Sicherheit verstärken. Olympia in Hamburg heißt auch, Vertrauen in der Sportwelt zu erhalten und die Chance zu nutzen, vom Bund Milliarden an Zuschüssen zu erhalten, um u.a. unsere Infrastruktur zu verbessern. Gab es in Hamburg bis vor einigen Jahren noch kaum eine Förderung für Spitzensportler, gibt es mittlerweile die Stiftung Leistungssport. Insgesamt hat Hamburg eine gute Mischung aus Breiten- und Spitzensport. Davon profitieren nicht nur die Männer.
Also kann ich meine Anfangsfrage mit einem klaren „Ja“ beantworten. Zumal nach vielen Argumenten für die Spiele in Hamburg, nun noch das Stärkste folgt:
Es ist nicht außer Acht zu lassen, dass wir zahlreiche gut gebaute Männer in unserer Stadt empfangen werden.
Valeska Fuhlenbrok

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