Verschiedene Rollen spielte die Kino-, Fernseh- und Bühnenschauspielerin Franziska Troegner – ob Klassiker-Adaption oder US-Kassenschlager. Ab Anfang Juli steht sie auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele und ist in dem Stück „Wand an Wand“ als etwas konfuse Nachbarin zu sehen. Uns verriet sie, was es damit auf sich hat und was sie aus den Jahren in der Filmbranche mitgenommen hat.

Hamburg Woman: Demnächst sind Sie mit Walter Plathe in „Wand an Wand“ in den Hamburger Kammerspielen zu sehen, was erwartet den Besucher?
Franziska Troegner: Ich kenne Walter Plathe seit vielen Jahren. In der ZDF-Serie „Der Landarzt“ war er fast zehn Jahre lang „mein Chef“ und ich „seine Schwester Gertrud“. In der Produktion „Wand an Wand“ stehen wir zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Man wird uns als Nachbarn erleben, die mit all ihren Eigenheiten versuchen, sich aneinander zu gewöhnen.
Sie etablierten sich als Film- und Bühnenschauspielerin. Was unterscheidet beide Arten des Schauspielerns, vor der Kamera und auf der Bühne, für Sie persönlich?
Die schauspielerischen Mittel sind unterschiedlich. Für die Kamera genügt oft nur ein Wimperschlag, um einen Gefühlszustand einer Rolle zu zeigen. In einem großen Theater reicht das natürlich nicht aus. Der direkte Kontakt zum Publikum ist für mich mein Lebenselixier. Der Ausstoß an Glückshormonen nach einer erfolgreich gespielten Theatervorstellung ist durch keine noch so hohe TV-Einschaltquote zu toppen.
Auf der Theaterbühne agierten Sie in großen Adaptionen, wie jüngst „Vor Sonnenuntergang“ mit Dieter Hallervorden – welche Theaterstücke bleiben in besonderer Erinnerung?
Unvergesslich bleibt ein Gastspiel mit dem Berliner Ensemble in Athen im 2.000 Jahre alten Theater Herodes Atticus. Mit B. Brechts „Die Dreigroschenoper“ und „Der Kaukasische Kreidekreis“, in beiden Stücken mit mir in der weiblichen Hauptrolle.
Filmproduktionen bedarf es oftmals einer enormen Vorbereitung – welcher Film fällt Ihnen diesbezüglich ein?
Ich hatte das große Glück, in der  US-Kinoproduktion „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mitzuwirken. Zu den üblichen Vorbereitungen musste ich meine Schul-Englisch-Kenntnisse aufpolieren, um das Drehbuch lesen zu können. Und vor allem wollte ich die Regieanweisungen des Regisseurs Tim Burton und meinen Partnern (Johnny Depp, David Kelly u.a.) einigermaßen verstehen können.
2009 haben Sie eine Autobiografie geschrieben: „Fürs Schubfach zu dick“. Darin schreiben Sie u.a. über Frauenideale, mit denen Sie immer wieder konfrontiert wurden – inwiefern?
An einem Beispiel erläutert: Ich entsprach nie den geforderten Schlankheitsrichtlinien und so durfte ich  z.B. „Prinzessinnen“  nur beim Hörfunk oder für die Schallplatte verkörpern. Für den Film nahm man lieber eine schlankere Darstellerin. Gerade beim Film werden Rollen oft sehr klischeehaft und stromlinienförmig besetzt: „Die niedliche, naive Blondine“, „die intrigante Schwarzhaarige“ usw. Für mich Übergewichtige kommen an Rollen mehr die Gemüsehändlerinnen, Imbiss-Verkäuferinnen  oder Krankenschwestern mit den  Vornamen: „Ella“, „Mechthild“ oder „Gertrud“ in Frage. Aber auch mit diesen Rollen kann man sich in die Herzen der Zuschauer spielen.
Wie würden Sie sich selbst bezeichnen, was zeichnet Sie aus?
Meine Bescheidenheit verbietet es mir, mich zu loben. Aber man sagt mir nach, ich hätte Humor und eine große Portion „Selbstironie“, die gerade in Deutschland nicht so häufig anzutreffen ist.

Beitragsbild: Aus Schönheitsidealen macht sich Franziska Troegner nichts. Egal welche Rollen sie verkörpern darf „In die Rolle der übergewichtigen Gemüsehändlerin oder Imbissverkäuferin kann man sich genauso in die Herzen der Schauspieler spielen“, sagt sie uns. © Silvia von Eigen
Julia

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