Die neue Konzertreihe „Hamburger Serenadenkonzerte“ in den Hamburger Mozartsälen spielt mit den Konventionen. Wenn in Rotherbaum mit der Künstlerischen Leiterin, der Klarinettistin Sabine Grofmeier, Instrumentalisten aus der ganzen Welt auftreten, geht es nicht förmlich zu, sondern schwungvoll und locker familiär. Wir sprachen mit Sabine Grofmeier über ihr Hamburger Herzensprojekt.

Hamburgwoman.de: Sie sind international unterwegs und eine Wahlhamburgerin. Verraten Sie uns Ihren hiesigen Lieblingsort?

Sabine Grofmeier: Das ist die Außenalster. Dort gehe ich zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter gerne spazieren.

Und was zeichnet Hamburg als Musikstadt aus?

Durch die Elbphilharmonie ist das Konzertleben in Hamburg eindeutig hochkarätiger geworden. Ich bin vor fünf Jahren nach Hamburg gezogen, konnte diese Entwicklung also miterleben. Wobei ich akustisch die Laeiszhalle bevorzuge und natürlich die wundervollen Mozartsäle.

Ja, das geht mir auch so. Man könnte sagen, dass Sie als Solokünstlerin eine Frau in Führungsposition sind.

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Eine Frau in (musikalischer) Führungsposition: Die Wahlhamburgerin und Klarinettistin Sabine Grofmeier leitet eine neue Konzertreihe.

Tatsächlich bekommen Studierende während ihrer Ausbildung die Orchesterlaufbahn empfohlen. Für mich war aber immer klar, dass ich mein eigenes Ding machen möchte, mit meinem eigenen Ensemble und verschiedenen Künstlergruppen. Das bietet mir die Freiheit, mich musikalisch verwirklichen zu können. Man soll ja das tun, was man liebt.

Mit der Konzertreihe haben Sie den verwaisten, aber wunderschönen klassizistischen Saal der Hamburger Freimaurerloge wiederbelebt. Wie kam es dazu?

Ich bin dort bei einer Vernissage dem Vorstandsvorsitzenden der Freimaurerloge vorgestellt worden. Er äußerte den Wunsch den Saal mit einer Kammermusikreihe zu bespielen. Und weil ich bereits zwei Reihen in Deutschland und ein Festival auf Mallorca habe, verfüge ich über die nötige Erfahrung. Und dann hieß es vertrauensvoll: Frau Grofmeier, machen Sie mal.

Das Ergebnis unterscheidet sich durchaus von anderen Formaten. Umreißen Sie für unsere Leserinnen in ein paar Sätzen das Konzept?

Die Konzerte finden monatlich statt und immer an einem Sonntag um 17 Uhr, man kommt also in der dunklen Jahreszeit nicht zu spät nach Hause. Vorher gibt es immer ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen und nach dem Konzert ein „Meet the Artist“, bei dem die Möglichkeit besteht, gemeinsam mit den Künstlern ein Drei Gänge Menü einzunehmen.

Mit ihrem hohen musikalischen Niveau und dem neuentdeckten Saal bieten die „Hamburger Serenadenkonzerte“ eine gute Alternative zur stets ausverkauften Elbphilharmonie.

Außerdem ist uns aufgefallen, dass in den Konzerten die traditionelle Bühnensituation aufgebrochen ist. Deshalb sind sie auch für Einsteiger geeignet.

Richtig! Indem ich die einzelnen Werke anmoderiere stelle ich einen Bezug zum Publikum her. Es hilft auch mir selbst ein oder zwei Sätzen zur Musik zu sagen, weil man sich dann besser in die Zeit hineinversetzen kann, in der sie komponiert wurde. Außerdem hat der Saal das Alleinstellungsmerkmal einer hohen Bühne mit geringer Tiefe. Daran muss man sich auch als Künstler erst gewöhnen. Denn durch die Bühnensituation kann man eine besonders intime Beziehung zum Publikum aufbauen.

Text: Wolfgang Wagner

Fotos: Thomas Zydatiß

 

Veranstaltungstipps:

„Hamburger Serenadenkonzerte“, Mozartsäle, Moorweidenstraße 36.

26.11., 17 Uhr: „Tango Feuer“

17.12., 17 Uhr: „Süßer die Glocken nie klingen. Klassik Highlights & weihnachtliches aus Oper, Musical & Film“.

Karten: 16-30 € unter konzertkassegerdes.de

Weitere Infos unter sabinegrofmeier.de und hamburger-serenadenkonzerte.de

 

Verlosung:

2×2 Karten für den 26.11. Zur Teilnahme bis zum 19.11. eine E-Mail mit dem Stichwort „Tango Feuer“ an b.schuemann@alster-net.de

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