Kaum zu glauben – die ambitionierte Modedesignerin Ella Deck fertigte ihre ersten Entwürfe in ihrem alten Kinderzimmer an, heute verkauft sie ihr eigenes Label „Ella Deck Couture Hamburg“ in ihrem Atelier im Herzen von Eppendorf.

In ihrem Laden im Lehmweg 54 werden Ideen festgehalten, entworfen und geschneidert.

In ihrem Laden im Lehmweg 54 werden Ideen festgehalten, entworfen und geschneidert.

HAMBURG WOMAN: Worin lag für dich der Anreiz, dich selbstständig zu machen und dein eigenes Label zu gründen?
Während der Abschlussarbeit an der Hamburger Akademie für Mode und Design – ich hatte damals drei Monate Zeit für mein Diplom – habe ich mich bereits auf die Selbstständigkeit fixiert. Das Konzept dafür wurde mir von meinen Eltern – meine Mutter ist Kunstmalerin – vorgelebt. Mir war dann auch schon früh klar, dass ich mich ebenfalls selbstständig machen möchte, auch wenn Selbstständigkeit mehr Arbeit bedeutet.
Hättest du denn Interesse daran, für ein anderes Modeunternehmen zu arbeiten?
Nein. Sollten sich im Designbereich in Hamburg – was das betrifft, ist die Stadt allerdings tot – doch noch Türen öffnen und man würde mir einen Job anbieten, in dem ich vielleicht mal ein Design entwerfen dürfte, würde ich ihn annehmen, ohne dafür mein Atelier aufzugeben. Würde man mir aber in München einen Job anbieten, nehme ich den nicht an! Hier in Hamburg habe ich schließlich meine Familie und meine Freunde. Hier bin ich glücklich! Und das ist viel mehr wert als ein Job.
War es schwer in Hamburg Fuß zu fassen?
Auch nach 15 Jahren ist es noch schwer. Hamburg ist zwar die Hochburg von Jeans, Pullovern, weißen T-Shirts und Ballerinas, ist ansonsten aber absolut keine Modestadt. Trägt man hier z.B. einen Hut in der U-Bahn, so wird man schon komisch angeschaut.
Hast du schonmal ans Aufgeben gedacht?
Es gab immer wieder Momente, in denen ich dachte: Ich stecke all meine Kraft in das Atelier, ohne das zu bekommen, was ich erwartet habe. Da ist man schon ein wenig verzweifelt. Dennoch habe ich mich immer wieder motiviert weiterzumachen. Auch meine Mitarbeiter lassen mich nicht aufgeben und motivieren mich immer wieder. Im Grunde genommen führe ich ja einen ganz normalen Einzelhandel: Mal hat man gute, mal schlechte Momente.
Wie wichtig ist das Networking unter Frauen?
Ganz wichtig! Wenn man in den Laden kommt, sieht man ja nur das Schöne. Das, was hinter den Kulissen vorgeht, bleibt verborgen. Und gerade weil es hinter den Kulissen nicht immer einfach ist, bin ich Mitglied im  Verband deutscher Unternehmerinnen Hamburg. Ich schätze den  Austausch mit anderen Unternehmerinnen und nutze den Verband um Kontakte zu knüpfen.
Hand aufs Herz, wenn du nochmal neu anfangen könntest, würdest du dann alles noch mal genauso machen?
Ich glaube, ich würde mir einen Investor suchen. (lacht) Mir wurden zwar immer wieder mal Kooperationen angeboten, diese habe ich aber immer wieder  ausgeschlagen. Ich war haltder Meinung, ich könnte es aus eigener Kraft schaffen, schließlich bin ich ein kreativer Geist. Das ist aber absolut falsch! Insgesamt würde ich einfach ein paar Schritte anders machen.

 

Beitragsbild: Eine gute Balance zwischen schlicht und auffällig. Model: Leony und Jaqueline von Awa Models Haare & Make-up: Jana Krüger. ©Ankit Chabra
Text: Lena Schäfer  

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