Hamburger Autorin Tina Wolf im Gespräch

"Ich glaube, Möpse sind keine Hunde, sondern eine Mischung zwischen Frosch, Katze und Hund", so die Autorin des ersten Mops-Krimis.

„Ich glaube, Möpse sind keine Hunde, sondern eine Mischung zwischen Frosch, Katze und Hund“, so die Autorin des ersten Mops-Krimis.
Foto: Thomas H. Berg, Kiel

„Zum wilden Eck“ ist Tina Wolfs fünftes Buch, aber das erste unter ihrem Pseudonym Fritzi Sommer. Das ist nicht die einzige Premiere: Das Buch – ein Mops-Krimi – ist aus der Sicht von drei Möpsen geschrieben. Wie es dazu kam, erzählte mir die in Altrahlstedt lebende Autorin in einem gemütlichen Café!

Tina Wolf kennt man besonders durch ihre Frauenromane. Jetzt hat sie ihr neues Werk veröffentlicht und damit gleich ein eigenes Genre geschaffen – den Mops-Krimi.
Die Idee dazu kam ihr auf einer Hundewiese: „Vor zwei Jahren haben wir Martina und ihre vier Möpse kennengelernt. Ich war dieser Rasse leicht skeptisch gegenüber, habe aber mehr und mehr festgestellt, dass die unglaublich komisch sind. Ich habe dann beobachtet, wie sie miteinander und untereinander sind. Und irgendwann kam mir die Idee, einfach einen Krimi aus der Sicht von Hunden zu schreiben, die einen Fall lösen. Und Möpse finde ich einfach so urkomisch“. Die Frage nach eigenen Hunden muss sie bis jetzt aber noch verneinen: „Wir bekommen aber Nachwuchs! Im Oktober kommt unser Lagotto zu uns“, freut sie sich.
Ein Krimi aus Mops-Sicht ist aber nicht das einzige ungewöhnliche und spannende an Tina Wolf. Nach ihrer Ausbildung zur Fotografin lebte sie ein halbes Jahr auf Maui. „Eine Freundin von mir kam von Maui wieder und fand alles in Kiel so schlimm, dass sie wieder zurück wollte. Dann habe ich gesagt ‚Moment, ich kündige meine Wohnung und komme mit‘! Wir waren dann gemeinsam für ein halbes Jahr dort. Das war eine tolle Erfahrung mit vielen Facetten! Ich habe mich auch im Wellenreiten versucht und ordentlich ein paar Waschgänge abbekommen“, erzählt die Blondine lachend.
Doch das Schreiben ist nicht ihre einzige Leidenschaft. Schon während ihres Volontariats bei RTL Nord moderierte sie und ging danach zum NDR. Bereits während ihres Volontariats hat Wolf ihr erstes Buch geschrieben – ein Buch über ihren alkoholkranken Vater: „Mein Vater hat mich im Grunde dazu gebracht, zu schreiben. Das Schreiben über meinen Vater und den Alkoholismus war eigentlich nur Verzweiflung, aber aus dieser Verzweiflung ist etwas Tolles gewachsen“.
Dieses Schreiben hatte auch seine Schattenseiten. „Ich werde immer wieder gefragt, ob ich durch das Schreiben meine persönlichen Erlebnisse verarbeiten kann – aber ich habe rein gar nichts verarbeitet. Auch diese Romane ‚Kein Kind ist (k)eine Lösung‘ und ‚Mit zwei Pampelmusen über den Himalaya‘ sind im Grunde meine Geschichten, ich habe da nur die Namen geändert. Da werde ich ganz oft gefragt, ob es gut tat, das aufzuschreiben und ob ich das durch das Schreiben verarbeitet habe. Da sage ich immer ‚Nee, Pustekuchen!‘.
Erstens war es überhaupt nicht leicht, das aufzuschreiben – mit Humor und mit Witz, obwohl es eigentlich bei mir eine Wunde ist. Und zweitens ist da gar nichts mit besser geworden. Mir persönlich hilft das nicht, solche Erlebnisse aufzuschreiben. Und ich habe das jetzt auch abgeschlossen, das war ganz nah an meinem Leben. „Zum wilden Eck“ ist jetzt das erste, was komplett frei erfunden und was mit mir nichts zu tun hat“.
Nach ihren Frauenromanen fühlt sie sich nun im Krimi-Bereich wohl: „Ich bin süchtig und lese jeden Abend einen Krimi. Ich arbeite auch tatsächlich gerade an einem Krimi und freue mich auf diese Herausforderung – ich möchte einen gut durchdachten, smarten Krimi schreiben“. Zunächst arbeitet sie aber an der Fortsetzung ihres Mops-Krimis, die nächstes Jahr erscheint. Ich bin schon gespannt!

Ich habe eine starke, spannende Frau kennenlernen dürfen und freue mich darauf, bald mehr von ihr lesen zu können!

Deborah Plachetka

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