Es ist die Kindheit und Jugend von Kalle, die sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli abspielte und die nun in „Rohrkrepierer – Eine Jugend auf St. Pauli“ illustriert als Comic am 1. Oktober zu sehen sein wird. Illustratorin Isabel Kreitz und Autor Konrad Lorenz laden zur bebilderten Comiclesung in die St. Pauli Kirche ein. Einlass ist um 19.00 Uhr. Beginnen wird die Veranstaltung, die von Martin Paulekun moderiert wird, erst um 20.00 Uhr. Zusätzlich zur Lesung und der Ausstellung der Bilder aus dem Comic gibt es eine musikalische Untermalung und ein Begrüßungsgetränk. Der Eintritt ist frei.

Warum geht es in „Rohrkrepierer“?

Eine Kindheit und Jugend im Nachkriegsdeutschland: Was Konrad Lorenz in seinem autobiografischen Roman „Rohrkrepierer“ beschreibt, hat Isabel Kreitz nun bildlich in eine beeindruckende Graphic Novel übersetzt.
Erzählt wird die Kindheit und Jugend von Kalle. Er wächst im Hamburger Stadtteil St. Pauli auf. Doch hätte sich diese Geschichte sehr ähnlich auch in jeder anderen deutschen Stadt zutragen können: Das Spielen auf den Straßen und in den Ruinen, die Mütter, die mit dem alltäglichen Überleben der Familie beschäftigt sind, die Väter, die gefallen oder verschollen sind, oder schwer traumatisiert aus dem Krieg zurückkehren. All das hat eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen im Deutschland der 50er und 60er Jahre so erlebt. Es ist eine Zeit, in der sie die überlebensnotwendige Härte der Erwachsenen zu spüren bekommen. Sie sind oft auf sich allein gestellt und müssen lernen mit den Nachkriegsfolgen zu leben: Väter, die sich in den Alkohol flüchten, Mütter, die auf dem Schwarzmarkt für das Überleben der Familie sorgen, Beziehungen der Eltern, die in Trümmern liegen. Aber das Alleinsein ist nicht nur eine Bürde, es verschafft Ihnen eine ungeheure Freiheit. Kalle und seine Kumpels ziehen durch St. Pauli und lernen das Leben ganz unverblümt kennen und treffen auf wahre Freundschaft, die erste Liebe und andere Abenteuer.

Illustratorin Isabel Kreitz

Illustratorin Isabel Kreitz

Konrad Lorenz ́autobiografischer Roman „Der Rohrkrepierer“ begeisterte die Hamburger Comiczeichnerin Isabel Kreitz sofort. In ihrer gleichnamigen Graphic Novel verdichtet sie den Stoff und spürt in atmosphärischen Bildausschnitten den Ereignissen vor etwa 60 Jahren nach. Die Künstlerin setzt dabei Sepiatöne mit blauen Einfärbungen ein, die zusammen mit den unterschiedlichen Perspektiven die Erzählung sehr plastisch machen, geradezu filmisch. Meisterhaft schafft sie Spannungsbögen, variiert die Geschwindigkeit der Erzählung und gibt nicht nur einen vielschichtigen Einblick in die Welt der Protagonisten, sondern zeichnet auch ein detailliertes Bild von Hamburgs St. Pauli der Nachkriegszeit.

Illustration: Isabel Kreitz, Rohrkrepierer / Carlsen Verlag, Hamburg 2015

 

 

 

Valeska

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