Schlagen, Werfen, Klammern, Treten – willkommen bei den Mixed Martial Arts. Der Trendsport aus den USA wird hier immer beliebter, steht aber auch in der Kritik. Die Hamburger Psychologin und MMA-Kämpferin Dr. Anne Merkt erklärt uns, warum sie freiwillig in den achteckigen Käfig steigt.

Hamburg Woman: Der Sport wirkt sehr brutal, wie kommt man als Frau zum Mixed Martial Arts?
Dr. Anne Merkt: Ich habe schon seit meinem 12. Lebensjahr an Ju-Jutsu-Wettkämpfen teilgenommen. Das ist dem MMA gar nicht so unähnlich. Man deckt dort auch alle Bereiche ab, etwa das Schlagen, Treten und Werfen. Irgendwann hatte ich da einfach keine Gegnerinnen mehr. Es gibt halt nicht so viele Frauen, die das machen. Beim MMA ist das mittlerweile anders, da hat man einfach den Vorteil, dass man eine Gegnerin zugeteilt bekommt und das auch schon drei Monate vor dem Kampf weiß. Insgesamt habe ich auch einfach eine neue Herausforderung gesucht.
Du steigst zum einen als Kämpferin ins Octagon und gehst, als Doktorin der Psychologie, einer wissenschaftlichen Arbeit nach. Lässt sich das gut miteinander kombinieren?
Es erfordert sehr viel Disziplin tagsüber Vollzeit arbeiten und abends noch zum Training zu gehen. MMA ist für viele ja auch ein Profisport. Für mich ist es aber eher ein Hobby, welchem ich neben meiner vollen Stelle nachgehe.
Wie oft trainierst du neben deinem Job?
Regulär ungefähr sechs Mal in der Woche. Wenn ich kämpfe, versuche ich auch manchmal zwei Trainingseinheiten pro Tag in meinen Zeitplan zu bekommen. An den Unis gibt es meistens auch Krafträume, sodass ich auch mal mittags trainieren kann.
Hast Du noch Ziele für deine Karriere als Kämpferin?
Nein. Ich wollte immer nur gucken, wie weit ich, mit dem was ich kann, komme. Viele Leute wollen ihr Hobby zum Beruf machen, doch das kommt für mich nicht in Frage. Ich mag meinen Job in der Wissenschaft!
MMA ist höchst umstritten. Stößt du als Kämpferin denn eher auf Respekt oder Abneigung?
Ich stoße eher auf Angst mir gegenüber! Besonders im Training habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meist männlichen Trainingspartner extrem verunsichert sind, weil sie nicht wissen, wie sie mit der Situation, dass ihnen eine Frau gegenüber steht, umgehen sollen. Die Angst vor einer möglichen Niederlage war oftmals so groß, dass keiner mit mir trainieren wollte.
In der Öffentlichkeit wird viel über die Verletzungsgefahr diskutiert. Hast Du dich schon einmal beim MMA verletzt?
Ich wurde mal vor einem Kampf von einem Auto angefahren und habe mich dabei übel verletzt. (lacht) Man muss halt seine eigenen Grenzen ziemlich gut kennen. Ich selber hatte mal einen Haarriss im Fuß, aber das war‘s auch schon.

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