Goldige Zeiten – Anna Heesch ganz privat

Im feinen Eppendorf hat die Moderatorin Anna Heesch für sich und ihren kleinen Sohn eine gemütliche Rückzugsoase geschaffen. Mit viel Gold und ganz vielen Dingen, die ihr lieb geworden sind. Immer passend zu ihrem Interieur, einer Mischung aus Landhausstil und Shabby Chic.

Im Esszimmer ziehen ein großer schwerer Holztisch und ein goldenes Bild die Blicke auf sich. Anna hat es gemeinsam mit ihrem Sohn gemalt, als der noch ganz klein war.
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Davon träumen viele: Altbau, vier schöne Zimmer mit hohen Decken und zwei Balkone auf 100 Quadratmetern mitten in Eppendorf. Die Moderatorin Anna Heesch hat das Glück, sie wohnt seit drei Jahren mit ihrem fünfjährigen Sohn auf dieser in Hamburg so gefragten Größe. Rückblick: Vor 13 Jahren haben wir uns schon einmal zu einer Homestory bei ihr getroffen, für unser Magazin „Hamburg Privat“. Damals wohnte die 42-Jährige in Altona. Ganz in Weiß gehalten und extrem minimalistisch eingerichtet. Sie brauche das, um nach ihrem anstrengenden Job zur Ruhe kommen zu können, sagte sie 2001. Und jetzt? Alles anders! Alles ist vollgestellt oder gehängt mit Schränken, Lampen, Bildern und Fotos sowie allerlei Sammelsurium vor – immerhin noch überwiegend – weißen Wänden. Anna sieht meinen überraschten Blick, mit dem ich die Wohnung betrete, und lacht: „Ich weiß, für Männer ist das hier nichts!“ Ihre Erklärung ist einfach: Mit dem Alter sei ihre romantische Ader durchgekommen und über die Jahre seien immer mehr Sachen dazugekommen. Die konnte sie in ihrer vorherigen Wohnung am Eppendorfer Baum auf 260 qm auch alle unterbringen. „Als ich Mutter wurde, wollte ich mich auf eine bezahlbarere Wohnung verkleinern, denn es war nicht klar, ob ich noch so viel arbeiten kann und wohin der Weg mich führt.“ Die Konsequenz war hart, denn nicht alle Möbel konnten mit. Vieles hat Anna verschenkt oder eingelagert. Und trotzdem – auch wenn die gebürtige Pinnebergerin gerne mal resolut aussortiert – sind die vier Räume inklusive Küche gut gefüllt. Mit Absicht natürlich: „Auf Reisen in Afrika habe ich mich in den Victorianischen Stil verliebt. Dessen opulente Fülle fand ich genial und so habe ich mit dem Sammeln von Möbeln und Interieur-Accessoires begonnen.“ Daraus entwickelte sie im Laufe der Jahre ihren ganz eigenen Stil. „Ich würde ihn als Mischung von Landhausstil und Shabby Chic bezeichnen, der ja gerade richtig angesagt ist.“ Das mit dem Angesagt ist aber eher ein Zufall, denn Anna Heesch macht wohnungstechnisch ihr eigenes Ding. Designer beispielsweise finden sich in ihrer Wohnung nicht. „Es geht mir gar nicht um den Preis oder Namen, mein Esstisch aus massivem Holz hat weit über 5.000 Euro gekostet, sondern wirklich nur um meinen Geschmack.“ Dem wird dann spontan nachgegangen und kann auch mal recht eigen sein. In der Küche hängt ein Bild – ein Blumenstrauß in Öl mit Goldrahmen – das sich wohl nicht jeder aufhängen würde. Anna lacht. „Ist mir auch klar. Aber ich habe das Bild auf den Theresienwiesen gesehen und musste es einfach haben.“ Genau wie einmal eine sperrige Stehlampe in einem Laden in Rom. Erst nach dem Kauf, mit der Lampe in der Hand, stellte sich die glückliche Käuferin die Frage, wie sie wohl ins Flugzeug gehen soll. Es ging, sie steht heile neben dem Fernseher! Farblich perfekt an den Rest der Wohnung angepasst. Die wird von Weiß und Gold dominiert, gezielt unterbrochen von Farbtupfern wie etwa einem hellblauen Bauernschrank. Ausnahmen bilden das Kinderzimmer – wie es sich für einen Jungen gehört, ist es blau und voller Spielzeug – und die Küche, die in einem frischen Grün „summertimemäßig“ daherkommt. Und mit einer Holzvertäfelung. Die ist aber eine täuschend echt wirkende Tapete. Eine ungewöhnliche gibt es auch im Schlafzimmer, mit heller Schlangenhautoptik. Sieht cool aus und passt zum kreativen Rest aus einem Guss, der immer eine spannende Geschichte aufzuweisen hat. Das schönste Kompliment für ihr Einrichtungshändchen machte ihr der Maler, der den Flur tapeziert hat: „Sie sollten sich mal überlegen, ob Sie das nicht beruflich machen wollen.“

Kai Wehl

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