Olympiagold-Trägerin Britta Heidemann war letzten Samstag im Rahmen des Fechtturniers vom WSV in Poppenbüttel zu Besuch. Wie es ihr im Alstertal gefallen hat, was für Chancen Olympia für Hamburg bringt und wieso ihr soziales Engagement am Herzen liegt, verrät sie uns im Interview.

Sie waren gerade im Rahmen des Fechtturniers vom WSV hier im Alstertal. Wie hat es Ihnen gefallen?
Die Finalgefechte im Alstertal Einkaufszentrum haben mir sehr gut gefallen. Ich finde es toll, wenn Nachwuchsfechter eine besondere Bühne für ein Turnierfinale bekommen und wenn der Fechtsport auf diesem Weg neue Zuschauer gewinnt.

Konnten Sie den Fechter/innen Tipps mit auf den Weg geben?
Das wichtigste für junge Fechter ist, dass sie weiter Freude am Sport haben. Ein gesunder Ehrgeiz gehört aber sicher auch schon in den Jugend-Klassen dazu. Beides war bei den Finalkämpfen des WSV-Turniers zu sehen.

Was fasziniert Sie am Fechten?
Fechten ist sehr vielseitig. Man braucht neben athletischen und technischen Fähigkeiten vor allem auch taktisches Verständnis und mentale Stärke. Oft wird das Fechten als „dreidimensionales Schachspielen“ bezeichnet. All das zusammen macht die Faszination aus.

Welche sportlichen Ziele haben Sie noch?
Wir stehen mitten in der Olympiaqualifikation. Rio 2016 wären meine vierten Olympischen Spiele. Im Oktober ist der nächste Qualifikations-Weltcup. Drücken Sie die Daumen, denn es muss noch einiges passieren, damit ich am Ende auf der Olympischen Fechtbahn stehen kann.

Wie sehr setzen Sie sich für die Jugendarbeit im Fechten ein?
Erst einmal ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche überhaupt Sport treiben. Und dann brauchen die Vereine und der Fechtverband alle Unterstützung, die möglich ist, um den Nachwuchs zu fördern. Mein Verein, der TSV Bayer 04 Leverkusen, ist sehr engagiert in der Jugendarbeit. Ich unterstütze dies immer gerne, manchmal durch Fördermittel, die ich vergeben darf, oder durch einen Überraschungsbesuch beim Kindertraining.

Sie haben im Degen bereits Gold in Peking gewonnen. Das Fechten haben Sie aber erst mit 13 Jahren angefangen. Wie schafft man das?
Mit 13 Jahren habe ich mich auf das Degenfechten konzentriert, das stimmt. Da ich allerdings seit meiner frühen Jugend in der Leichtathletik und im Schwimmen im Wettkampfsport unterwegs war, besaß ich eine gute Basis für das Fechten.

Können Sie uns die Atmosphäre bei den Olympischen Spielen beschreiben, aus Ihrer persönlichen Sicht?
Olympische Spiele sind ein einzigartiges Erlebnis für jeden Sportler, auch emotional. Die Begegnung mit Athleten aus der ganzen Welt, die Atmosphäre in der Ausrichterstadt und die Begeisterung der Menschen machen dieses Erlebnis unvergesslich. Eine olympische Medaille zu gewinnen ist dann natürlich das absolute Highlight.

Welche Chancen hätte Hamburg durch Olympia und in wie weit würde ganz Deutschland davon profitieren?
Olympische Spiele in Hamburg sind eine riesige Chance nicht nur für die Stadt und die Region, sondern für ganz Deutschland. Schon die Bewerbung setzt Kräfte frei, wie ja der Slogan der Bewerbung „Feuer und Flamme“ auch ausdrückt. Das Thema Sport würde zudem wieder mehr in den Blickpunkt geraten und damit sicherlich viele tolle Nachwuchsprojekte nach sich ziehen. Sport verbindet Menschen unabhängig von Kultur, Religion und sozialem Stand. Es ist wichtig, dieses Mittel des natürlichen Austausches zu nutzen und auszubauen.

Sie engagieren sich sehr für soziale Zwecke. Können Sie uns einen Einblick geben?
Mir liegen besonders die Interessen von Jugendlichen und Kinder am Herzen. Sport ist ein sehr gutes Vehikel, um ihnen zu vermitteln, dass mit viel Einsatz auch viel erreicht werden kann. Dazu engagiere ich mich etwa im Kuratorium der Bundesliga-Stiftung, für die ich u.a. Sozialprojekte in Südafrika und Brasilien besucht habe oder in der Kampagne „Bewegung gegen Krebs“. Außerdem unterstütze ich als Leseratte und aus voller Überzeugung die „Stiftung Lesen“.

Hauptberuflich sind Sie Unternehmensberaterin für die Bereiche China, erneuerbare Energien, Sport und Management. Haben außerdem zwei Bücher geschrieben und waren als Reporterin im Einsatz. Wie kriegen Sie das alles unter einen Hut?
Die Koordination der Aktivitäten ist zwar anstrengend, aber die Vielfalt macht mir Spaß. Der Sport gibt den Rahmen vor, besonders jetzt in der Olympia-Quali hat der Sport absolute Priorität.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit gerne?
Da bin ich dann auch gerne mal faul. Und ich verbringe dann möglichst viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.

Welche Ziele haben Sie noch für die Zukunft?
Das sind Einige, aber dazu fragen Sie mich besser noch einmal im nächsten Jahr. Momentan ist das größte Ziel die Qualifikation für Rio 2016. Und da haben wir einiges aufzuholen.

Valeska

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