Raffaela Scheibner: Fußball-Männer beobachtet!

Raffaela Scheibner macht es ihrem berühmten Vater Hans nach und beleuchtet die WM kritisch.

Foto: Heidi Klinner-Krautwald

Foto: Heidi Klinner-Krautwald

Mein Mann sieht Fußball …“ lautet der Song einer Single zur WM von Raffaela Scheibner. „Die Idee kam von meinem Vater, der zur WM das Thema ‚Frauen und Fußball‘ beleuchten wollte“, erklärt die 22-Jährige. Herausgekommen ist auch ein gleichnamiges Programm, mit dem Familie Scheibner gerade durch die Lande tourt. Papa Hans lästert, Tochter Raffaela singt – das tut sie übrigens seit ihrem Abi in Scheibners Weihnachtsdauerbrenner „Wer nimmt Oma“. Diesmal geht es nicht um die störende Vorfahrin, sondern um sich verwandelnde Männer.

Aus der Sicht einer Frau wird besungen, was Fußball mit Mann macht: „Das Spiel an sich ist ja schon komisch – 22 gestandene Kerle rennen hinter einem kleinen Ball her und benehmen sich wie die Kinder, schmeißen sich hin, mal auf-, mal untereinander, boxen und jubeln. Es geht ihnen dabei nur noch um das Spiel, was sonst noch abläuft, merken sie nicht – da könnte auch die Welt untergehen. Egal, ob sie selber kicken oder bei dem einen oder anderen Bierchen Fußball im Fernsehen gucken.“ Das zu beobachten, vor allem jetzt bei der WM, sei sehr amüsant, findet die Kabarettisten-Tochter, die sich selbst als „wenig fußballinteressiert“ einstuft. Und das, obwohl ihr Freund BVB-Fan ist und sie einst in jungen Jahren für den TSV Duwo 08 die Fußballstiefel geschnürt hat. „Drei Jahre lang und es war auch lustig. Aber irgendwann war auch gut“, erklärt sie. So möchte sie dann auch lieber statt Nationalspielerin zu werden, in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Allerdings eher im Gesangsbereich als Singer/Songwriterin. „Ich tendiere nicht ganz so stark in die Kabarettrichtung. Sein Talent, so gut mit kritischer Feder zu schreiben, habe ich leider nicht geerbt. Macht aber nichts. Deswegen soll es bei mir neben Nachdenklichem und Gesellschaftskritischem auch um ganz alltägliche Dinge wie den klassischen Liebeskummer gehen“, sagt die Winterhuderin schmunzelnd. Sie habe bereits viele Ideen und einiges sei am Laufen. Aktuell arbeitet Raffaela an ihrer ersten CD. „Es fehlen aber noch ein bis zwei Lieder“, gibt sie zu. Ein wenig Zeit hat sie noch: Angepeilt ist ein Veröffentlichungstermin Ende des Jahres. Stilrichtung: Chansons, auf deutsch – getextet mit persönlichen Geschichten von ihr selbst, überarbeitet von ihrem Vater. Wenn das nicht doch recht satirisch wird! Und das in Form deutscher Chansons. „Ich bin gespannt, wo das hinführt“, sagt die International Business-Studentin, die im August ihren Master macht. Trotzdem zieht es sie auf die Bühne. „Meine tiefe Stimme und inhaltsreiche, unterhaltsame Texte, das passt gut zusammen. Es wäre ein Traum, diese Kombination auf die Bühne zu bringen.“ 

Kai Wehl

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