Steven Gätjen: Fashion-Fauxpas? – „Da gab’s einige“

Smart und stilsicher! So kennt man Steven Gätjen (42) – als Moderator auf dem Roten Teppich der Oscars oder im TV-Format „Schlag den Raab“. Das war nicht immer so! Darüber und was die männlichen Probleme des Älterwerdens sind, sprach er mit uns beim diesjährigen Audi Fashion Award.

Der elegante Style gefällt dem Hamburger. Ist er mit seiner Partnerin gemeinsam auf einer Feier, achte er zudem darauf, dass sein Outfit zu ihrem passt.

Der elegante Style gefällt dem Hamburger. Ist er mit seiner Partnerin gemeinsam auf einer Feier, achte er zudem darauf, dass sein Outfit zu ihrem passt.

HAMBURG WOMAN: Interessierst du dich für Mode?
Steven Gätjen: Ja definitiv. Ich glaube allein schon aufgrund meines Berufes sollte ich modisch interessiert sein. Aber mir gefällt es auch, mich als Privatmensch zu stylen.
Wie lange brauchst du für dein Styling – z.B. an einem solchen Abend wie heute?
Ehrlich gesagt, bin ich in dem Fall immer sehr zielstrebig. Ich habe schon ein Bild im Kopf, berate mich dann mit meiner besseren Hälfte, die immer einen viel besseren Blick auf das hat, was ich anziehen sollte. Das Gute ist einfach, dass wir Männer es an solchen Abenden einfacher haben als die Frauen: Uns bleibt als passendes Outfit eigentlich nur der Anzug und der ist schnell angezogen.
Ziehst du dich auch ansonsten eher klassisch an?
Nein, ich mag es auch mich mit neusten Trends einzukleiden. Es kommt doch sehr auf den Anlass an, was ich trage: Ich liebe es, wenn ich im Sommer eine kurze Hose mit einem T-Shirt und Turnschuhen kombinieren kann. Mir gefällt es aber auch bei den Oscars einen Smoking zu tragen oder wie bei der Hochzeit meines besten Freundes in England einen Frack – total cool – und gehe ich zum Beispiel gemeinsam mit meiner Partnerin auf eine Feier, dann versuche ich zudem mein Outfit noch mit ihrem abzustimmen.
Kleider machen Leute?
Das würde ich unterstreichen. Wichtig ist es aber auch, dass man seinen individuellen Stil findet. Er muss zum Typ passen und man muss sich in dem, was man trägt wohl fühlen. Das strahlt man dann auch automatisch aus. Kleidung verwandelt einen einfach nicht in einen anderen Menschen, sondern kann nur wunderbar den eigenen Typ positiv unterstreichen.
Wer ist Hollywoods Fashion-Icon?
Bei den diesjährigen Oscars fand ich Matthew McConaughey und Jared Leto. Sie trugen beide einen weißen Smoking. Das sah ziemlich cool aus. Bei den Frauen hat mir Sandra Bullock sehr gefallen. Sie trug eine tolle lange dunkelblaue Robe, schlicht und aufregend zugleich. Auch hier gilt für mich weniger ist mehr.
Hast du dir schon einmal einen richtigen Fashion-Fauxpas geleistet?
Oh, da gab es einige – aber im Nachhinein lacht man darüber. Vor allem die 90er-Jahre waren dafür prädestiniert. Ich hatte zum Beispiel eine Jeans-Jacke, die zusammengenäht war aus Jeanshosen. Auch Wildlederjacke fand ich total angesagt und habe mir dann eine aus dem Kleiderschrank meiner Mutter ausgeliehen.
Wie hat deine Mutter reagiert?
Irgendwo war sie auch gerührt, musste sich aber in erster Linie das Lachen verkneifen.
Welcher Style ist super bei Frauen?
Ich mag es gerne, wenn das, was die Frau trägt, die Fantasie anregt. Zu ordinär finde ich hingegen langweilig. Letztendlich ist aber auch hier so, dass der Style einfach zum Typ der Frau passen muss.
Männer werden im Alter immer attraktiver, Frauen nur älter?
Ein Klischee. Vielleicht finden Frauen es interessanter, wenn Männer graue Schläfen und Falten bekommen. Es gibt aber auch so viele tolle attraktive ältere Frauen wie beispielsweise Helen Mirren. Ältere Frauen haben meistens mehr Persönlichkeit. Für mich hat Attraktivität nicht nur etwas mit dem Aussehen, sondern auch mit der Ausstrahlung zu tun. Eine Frau ist anziehend, wenn  sie einem zum Lachen oder Weinen bringt.
Hast du Probleme mit dem Älter werden?
Ich glaube bei uns Männern ist das Problem, dass die Haare auf dem Kopf weniger werden, aber in der Nase und den Ohren mehr. Vielleicht ist es so, dass das, was ich damals physisch, heute geistig mehr drauf habe. Das kommt wohl durch die Erfahrungen. Ich habe keine Angst vor dem Älterwerden. Ich habe Respekt davor, dass ich irgendwann vielleicht physisch nicht mehr in der Lage bin bestimmte Sachen zu tun. Ich hoffe, dass mein Geist ganz lange frisch bleibt.
Was ist dir wichtig?
Familie und Freund, das klingt zwar platt, aber aus dem ziehe ich die Kraft. Sie sind zu meinem Berufsleben, was ich leben darf, ein schöner ruhiger Gegenpol. Wir unterstützen uns alle in dem, was wir machen und freuen uns über den Erfolg des anderen, aber definieren uns nicht gegenseitig über den Beruf.

Christiane Kaufholt                           

 

Moderator Steven Gätjen führte durch den Abend des Audi Fashion Awards. Redakteurin Christiane Kaufholt traf ihn kurz zuvor zum Interview.

Moderator Steven Gätjen führte durch den Abend des Audi Fashion Awards. Redakteurin Christiane Kaufholt traf ihn kurz zuvor zum Interview.

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