Caroline Beil: „Ewige Liebe? An die glaube ich nur schwer!“

Moderatorin, Schauspielerin und Mutter. Eine Doppelbelastung, die Caroline Beil als Spät-Mama glücklich macht. Wie die 48-Jährige Kind und Karriere unter einen Hut bringt und warum sie nicht an die lebenslange Partnerschaft glaubt, erklärte sie am Rande des Hamburger Herbstempfangs.

Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen ist für Caroline Beil eine Frage der Organisation. Sie ist sich unsicher, ob sie das auch als junge Mutter so gemeistert hätte.

Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen ist für Caroline Beil eine Frage der Organisation. Sie ist sich unsicher, ob sie das auch als junge Mutter so gemeistert hätte. Foto: Jordan Engle

Im Foyer des Grand Elysée treffe ich auf eine gut gelaunte, strahlend schöne Caroline Beil. Die gebürtige Hamburgerin ist gerade aus ihrer Wahlheimat Berlin angekommen. Noch eine Stunde und dann wird die vielseitige Künstlerin auf dem Roten Teppich des „Hamburger Herbstempfangs“ erwartet. Auf die Frage, wo ihr fünfjähriger Sohn David ist, antworte sie entspannt: „Bei seinem Papi in Berlin.“ 2010 trennte sich die 48-Jährige von dem fast 16 Jahre jüngeren Schauspieler Pete Dwojak, den sie vier Jahre zuvor bei gemeinsamen Dreharbeiten für die TV-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kennen und lieben gelernt hatte.
Ein schlechtes Gewissen hat die Schauspielerin und Moderatorin nicht, ihren Sohn wegen des Berufes ab und zu Zuhause zurückzulassen. „Als David zehn Monate alt war, habe ich wieder begonnen zu arbeiten. Es gab dafür eigentlich auch keine Alternative. Ich bin zwar süchtig nach meinem Kind, aber nicht nur Mutter, sondern auch Künstlerin, die Geld verdienen muss. Ich habe damals den Rat einer Freundin befolgt: Ein kleines Kind verabschiedet sich so von seiner Mami, wie die sich von ihm selbst. Also, mache ich aus unseren Verabschiedungen kein Drama, sondern gebe meinem Jungen ein Küsschen und sage, Mami kommt gleich wieder, ich muss arbeiten gehen. Das hat damals wie heute super funktioniert.“ Für die alleinerziehende Mutter ist es eine Frage der Organisation, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen: „Ein Au-pair-Mädchen wohnt bei uns, damit David neben mir noch eine ständige Bezugsperson im Hause hat. Und dann ist da noch sein Vater und seine Großmutter.“
Caroline Beil, die mit 42 Jahren Mutter geworden ist, ist sich unsicher, ob sie diese Doppelbelastung schon als „junge Mami“ so meistern hätte können: „Ich glaube, ich wäre nicht so gelassen gewesen und hätte das Gefühl gehabt, dass ich etwas verpassen könnte. Ich wollte als junge Frau raus in die Welt. Ich habe sechs Jahre im Ausland gearbeitet, bin als Model um die Welt gereist und habe so viele Kulturen, Städte und Menschen – nicht nur als Tourist- erleben können. Heute bin ich sehr glücklich mit meinem kleinen Kerl Zuhause gemütliche Stunden verbringen zu können.“
Wie viele junge Frauen hatte auch Caroline Beil einst die Vorstellung mit Ende 20 Mutter und verheiratet zu sein. Mit der Hochzeit hatte es auch zunächst geklappt. Nur das Kinder-Bekommen schob sie immer weiter hinaus: „Es war irgendwie immer der falsche Zeitpunkt. Ich hatte die Befürchtung, wenn ich ein Jahr lang als Moderatorin – damals moderierte ich das TV-Boulevard-Magazin ‚Blitz‘ − raus bin, bin ich weg vom Fenster. Etwas später fehlte mir dann der richtige Mann, mit dem ich auch ein Kind haben wollte und im Nu war ich 40. Gott sei Dank hat es dann aber noch geklappt.“
Das späte Mutterglück hat Caroline Beil verändert. Nicht äußerlich, sie strahlt immer noch einen jung-mädchenhaften Charme aus, aber innerlich: „Ich habe eine innere Verpflichtung meinem Jungen gegenüber, die ich einem anderen Menschen gegenüber zuvor noch nie so empfunden hatte. Sie ist nicht zwanghaft, im Gegenteil, ich will sie. Ich möchte alles für mein Kind tun, damit es ihm gut geht.“
Ihrer kleinen Familie wünscht sie für das kommende Jahr viel Gesundheit, aber auch sich selbst tolle berufliche Herausforderungen, um letztendlich das Familienleben zu erleichtern: „Ein deutsches Duett-Album mit Oliver Lukas ist bereits aufgenommen. Es erscheint Anfang des kommenden Jahres. Dann stehen bereits Theaterproduktionen und Event-Moderationen im Terminkalender und ein TV-Format ist im Gespräch. Ich bin froh, viele unterschiedliche Sachen machen zu dürfen. Sonst hätte ich Angst, träge zu werden.“
Erlebt man die Power-Frau kann man diese Befürchtung zwar nur schwer nachvollziehen, lässt aber nach zwei gescheiterten Ehen und Beziehungen die Frage aufwerfen, ob die Single-Frau träge geworden ist, was eine neue Liebe anbelangt: „Nein, ich würde mich sehr freuen, einen tollen Mann kennenzulernen. Nur an die ewige Liebe glaube ich nicht mehr wirklich. Sie ist eine Ausnahme. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.“
„Ich bin keine Beziehungsexpertin, aber ich denke, dass sich die Menschen heutzutage in einer Partnerschaft nicht mehr so viel Mühe geben. Viele pflegen den Gedanken: vielleicht gibt noch was Besseres. Auch wir Frauen sind autarker, müssen uns nichts mehr alles gefallen lassen. Frauen früherer Generationen waren häufig aus wirtschaftlichen Aspekten abhängig von ihrem Mann. So mussten Beziehungen, die nicht mehr funktionierten, irgendwie ausgestanden werden. Auf der einen Seite furchtbar, auf der anderen Seite haben die Menschen vielleicht mehr getan für ihre Partnerschaft.“ Wichtiger als eine lebenslange Beziehung ist Caroline Beil, dass man sich in Frieden trennt und dann eventuell als gute Freunde weiterlebt. „Eine tolle Freundschaft ist besser als eine Liebesbeziehung, in der man sich streitet.“ Mit diesen pragmatisch-schönen und offenen Worten beenden wir das Interview und Caroline Beil erscheint nach einem kurzen Umstyling auf dem Roten Teppich – gewohnt sexy mit viel Klasse. Chapeau, Frau Beil, vielleicht klappt es doch mit Mr. Right!

Christiane Kaufholt

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