In der Fortsetzung des Kinoerfolges „Bad Moms“ torpedieren Mila Kunis & Co. das wichtigste Familienfest. Diese schrille Befreiung von überzogenen Ansprüchen an Mütter, alljährlich ein perfektes Weihnachten zu organisieren, ist eine sehr berechtigte Form der Gesellschaftskritik. Aber eine gekonnte?

 

Bis für den 24. Dezember das Eigenheim perfekt dekoriert, die weihnachtlichen Schulveranstaltungen der Kinder besucht, die Geschenke besorgt, mit dem Nachwuchs Plätzchen gebacken, die Feiertagsgerichte ausgewählt und die Zutaten eingekauft sind vergeht wahrlich viel Zeit. Die gefährliche Mischung aus Selbstansprüchen und den oft unrealistischen Erwartungshaltungen der eigenen Mutter, der Schwiegermutter, des Partners und der Kinder kann selbst die geduldigste Mutter irgendwann explodieren lassen. „Bad Moms 2“ ist deshalb eine quasi überfällige Komödie.

Mila Kunis and Christine Baranski in A BAD MOMS CHRISTMAS

So sieht es aus, wenn man Weihnachten ruiniert hat: Mila Kunis and Christine Baranski haben beim Mutter-Tochter Streit keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Dass die drei Freundinnen Amy (Mila Kunis), Kiki (Kristen Bell) und Carla (Kathryn Hahn) kurzerhand ein Shopping-Center entern, als sie den Druck des Familienterrors nicht mehr aushalten, kann man für überzogen halten. Aber „Bad Moms 2“ ist ziemlich gekonnter Slapstick. Und es ist natürlich nicht ernsthaft als Ratschlag für Leidensgenossinnen gedacht, dass die drei einen mit Turnschuhen behängten Weihnachtsbaum bei Footlocker mitgehen lassen kann, weil keine Zeit dafür geblieben war selbst einen zu besorgen.

Herrlich sind auch die drei sehr unterschiedlichen und ziemlich überzeichneten Mutter-Tochter-Konstellationen. Trotz aller Absurdität ist das prima auf den ganz normalen Alltagswahnsinn eine Durchschnittsfamilie der westlichen Gesellschaft übertragbar. Es ist einfach besser für eine entspannte Beziehung zueinander, das eigene Kind in die Selbstständigkeit zu entlassen – vor allem wenn es bereits selbst Kinder hat. Auch die abenteuerlustigste und chaotischste 68er-Mutter kann nicht ihr ganzes Leben als Road-Trip gestalten und wer einen zwanghaften Perfektionismus lebt, erhöht damit leider das Risiko jeden Spaß und jede Spontanität wegzuorganisieren. Da ist also manches dabei, das uns zeigen kann, in welchen Dingen wir uns etwas zurücknehmen sollten, um ein entspanntes Weihnachten möglich zu machen. Insofern ist der Film ein humorvoller und gelungener Kommentar zum alljährlichen Feiertagsstress: Unbedingt ansehen!

Text: Wolfgang Wagner

Fotos: Tobis Film

 

Filmtipp:

„Bad Moms 2“, ein Film von Scott Moore und Jon Lucas, ab 9.11. im Kino. Mit Mila Kunis, Kristen Bell, Kathryn Hahn, Cheryl Hines, Christine Baranski und Susan Sarandon.

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