Blogs: einst einfache Online-Tagebücher, inzwischen längst mediales Geschäft.  Zumindest für einige wenige Blogger, die über ausreichend Klicks und Reichweite
verfügen. Sie sind für Unternehmen als Multiplikatoren interessant.  Was steckt mittlerweile also wirklich hinter dem Konzept „Blog“?   

Eigentlich dienten Blogs einmal der Darstellung einer Art digitaler Tagebücher, in denen Blogger ihre eigene unverzerrte Sicht der Dinge präsentieren. In der heutigen Zeit spezialisieren sich Blogger auf  Themen wie Fashion, Beauty, Reisen, Food und Fitness und verfassen ihre Beiträge zu ausgewählten Oberthemen. Diese Blogger geben aber längst nicht mehr nur ihre eigene Sichtweise wieder. Inzwischen ist von „Selbst-Marketinggründern“ die Rede, zumindest werden so Blogger bezeichnet, die eine bestimmte Reichweite erzielen. Diese (wenigen) erfolgreichen Selbstinszenierer erlangen nach und nach immer mehr Follower, die ihre Einträge lesen. Sei es auf Instagram, Facebook, Snapchat, Twitter oder eben auf ihren eigenen Websites. Es dreht sich alles um das Leben des Bloggers. Was er denkt, fühlt, mag und macht. Nur er. Quasi eine Art Truman-Show. Umso erfolgreicher die jeweiligen Blogs werden, und dadurch natürlich ihre Verfasser, desto mehr werden Unternehmen, vor allem aus dem Beauty- und Fashion-Sektor, auf die jungen, hübschen und modebewussten Frauen aufmerksam. Sie werden für Events, dem Vorstellen von Beauty-Produkten, dem Tragen von entsprechender Kleidung und und und angefragt und bekommen dafür unbekannte Summen bezahlt. Abhängig von Bekanntheitsgrad.
Die Blogger veröffentlichen ihre Beiträge schließlich auf ihren Social Media Plattformen und versetzen die Beiträge mit bestimmten Keywords, verzeichnen ihre Beiträge suchmaschinenoptimiert und verwenden meist eine suchmaschinenfreundliche URL, um eine gute Platzierung im Internet zu erreichen.
Eine der erfolgreichsten und bestverdienensten Bloggerin der Welt, Chiara Ferragni, bekommt nach Aussagen aus ihrem Umfeld, Gagen zwischen zehntausend und hunderttausend Euro für ihre Beiträge. Wer dieses Konzept der Blogger verstanden hat, für den ist es eine selbstinszenierte Welt der Darstellung von unglaubwürdigen Beiträgen, dessen Verfasser leicht käuflich wirken können. Je mehr die jeweiligen Marken zahlen, desto mehr ist der Bloggern auch bereit an Engagement zu geben. Natürlich nur, wenn er vollkommen hinter dem Konzept steht, versteht sich.
Die Marken Desigual und Levis setzen derzeit beispielsweise vermehrt auf deutsche Blogger. Desigual holte die derzeit gefragte Hamburgerin Caro Daur und Kölnerin Farina Opoku nach Amerika auf die New York Fashion Week. Was genau von den Beiträgen, Fotos etc. bezahlt wird, weiß Ottonormalverbraucher nicht. Diese Kooperationen werden nämlich selten als Werbung oder Anzeige gekennzeichnet. Man kann nur erahnen, was bezahlt ist, bzw. dass eine Kooperation besteht, wenn vermehrte Blogeinträge über ein Thema oder Marke folgen und Fotos mit bestimmten Hashtags und Verlinkungen versetzt worden sind.

Julia

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