Dirk Steffens – Dokumentarfilmer und Moderator aus Rotherbaum – engagiert sich
seit Jahren für den Erhalt unserer Umwelt. Demnächst unter anderem mit dem Infotainment-Vortrag LIVING PLANET, mit dem der TerraX-Moderator im Februar durch Deutschland touren wird – der Beitrag soll „zum Nachdenken anregen“.

Basis von LIVING PLANET ist der zweijährlich vom WWF publizierte Living Planet Report – eine Art Gesundheitsbericht unseres Heimatplaneten. Was ist dabei herausgekommen, wie geht es der Erde aktuell?
Ihr Zustand ist kritisch. Die Verschwendung von Ressourcen, der Klimawandel, die Meeresversauerung, das Artensterben belasten die Natur, während gleichzeitig die Zahl der Menschen immer weiter ansteigt – wir sollten dringend ein paar lebenserhaltende Maßnahmen einleiten. Die gute Nachricht: Wir wissen, welche Medizin den Patienten retten kann. Wir müssen sie nur noch verabreichen. Möglichst bald. Denn je länger wir damit warten, desto höher muss die Dosierung sein und desto schmerzhafter wird es für uns alle.

Wie muss die Medizin aussehen, um etwas zu ändern?
Wir müssen nachhaltig leben und wirtschaften. Dabei können uns moderne Technologien genauso behilflich sein wie Korrekturen unserer Lebensgewohnheiten. Jeder von uns hat jeden Tag beim Arbeiten, bei der Freizeitgestaltung, beim Einkaufen die Möglichkeit, ein bisschen die Welt zu retten. Nur ein Beispiel: Der Verzehr von einem Kilo Rindfleisch verursacht so viel CO2 wie 1.500 Kilometer Autofahren. Einmal die Woche auf Fleisch zu verzichten, ist also eine wirklich gute Umwelttat.
Dazu passt die von dir getätigte Aussage: „Wir verbrauchen 1,5 Erden, weil wir über unsere Verhältnisse leben.“
Stimmt, denn für eine Tasse Kaffee beispielsweise gehen 140 Liter Wasser drauf. Oder, für ein Kilo Shrimps sterben bis zu 20 Kilo andere Meereslebewesen als Beifang. Für jeden Deutschen müssen 4,5 globale Hektar auf dem Planeten zur Verfügung stehen, um unseren Lebensstil zu ermöglichen. Auf dieser Fläche produzieren Pflanzen unsere Atemluft, darauf können wir unsere Häuser bauen, dort entsteht unsere Nahrung. Wir verfügen zurzeit auf der Erde insgesamt über etwa 12 Milliarden globale Hektar, die wir nutzen können. Der Rest ist Mathematik: Wie viel produziert die Erde, wie viele Menschen gibt es, wie viel verbraucht jeder einzelne? Unterm Strich steht: Der menschliche Ressourcenverbrauch ist etwa 50 Prozent zu hoch. Also bräuchten wir 1,5 Erden, um so weiterzumachen. Würden alle so verschwenderisch leben wie wir Deutschen, wären es sogar gut zweieinhalb Erden.
Was tust du, um dem entgegen zu wirken ?
Nur mit dem Auto fahren, wenn es wirklich sein muss, Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion kaufen und ich esse fast überhaupt kein Fleisch mehr – das hilft schon sehr viel. Ab und zu mal eine Spende an eine Umweltorganisation ist auch nicht schlecht.

Woher kommt dein Interesse an dem Thema?
Ich reise seit fast einem Vierteljahrhundert um die Welt und bin in dieser Zeit Augenzeuge des globalen Wandels geworden, weil ich ja viele Orte mehrfach besucht habe. Wer sieht, wie die Riffe immer kleiner und die Tiere immer seltener werden, hat irgendwann gar keine andere Wahl, als Umweltschützer zu werden. Die Living Planet Tour soll deswegen ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken anregen und natürlich auch Spaß machen.Zitat von Dirk Steffens

 

Fotos: Dirk Steffens & Oliver Roetz

Text: Kai Wehl

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