Capoeira vereint Elemente von verschiedenen Kampfküsten, die zu rhythmischer Musik tanzartig vorgeführt werden. Die Techniken zeichnen sich durch eine extreme Flexibilität und Akrobatik aus. In Hamburg wächst das Kursangebot stetig und wird im Kursangebot von großen Sportvereinen aufgenommen.

Die Herkunft:
Capoeira ist eine afro-brasilianische Kampfkunst, bzw. ein Kampftanz. Entstanden ist Capoeira während der Kolonialzeit in Brasilien. Die afrikanischen Sklaven entwickelten  kämpferische Bewegungen, die sie als körperliches Training und zur Selbstverteidigung nutzen konnten. Getarnt als Tanz erregten sie mit ihrem Training kein Aufsehen. Im Befreiungskampf der Sklaven spielte Capoeira eine wichtige Rolle.
Erst 1937 wurde Capoeira offiziell als nationale Sportart und als Kulturerbe Brasiliens anerkannt. Seit den 80er-Jahren verbreitet sich Capoeira auch in Europa, besonders in Spanien und Deutschland. Brasilianische Capoeira-Lehrer haben unser Interesse für die Kultur, den abwechslungsreichen Sport mit seiner Geschichte und Philosophie geweckt.

Das Training
Das Training ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geeignet. Durch gezielte Stärkung der Muskulatur wird nicht nur die Fettverbrennung angeregt, auch stellt sich in kurzer Zeit eine Verbesserung in körperlicher Mobilität, Flexibilität, Koordination und Beweglichkeit ein. Das Training ist vielfältig und beinhaltet eine Mischung aus Kampfkunst, tänzerischem Spiel, Akrobatik, Musik und Rhythmusgefühl. Anders als bei anderen Tanzarten werden keine festen Choreographien geübt, Improvisation bestimmt den Kampftanz. Meist hat eine Trainingseinheit die Länge von einer Stunde.

Kindertraining
Capoeira kann man in jedem Alter erlernen. Besonders Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche haben viel Spaß an der Kombination aus spielerischem Kampf, Tanz, Musik und Rhythmus. Durch das Capoeira-Training gewinnen die Kinder oftmals an Selbstvertrauen, Respekt und Verantwortungsgefühl.

Die Praxis
Sind bereits einige Grundkenntnisse vorhanden, können diese vorgeführt werden. Dafür bilden die  Capoeiristas mit den Musikern eine sogenannte Roda (Kreis). In der Roda kämpfen immer zwei Capoeiristas tänzerisch gegeneinander. Dabei geht es in erster Linie  um Fantasie und Improvisation mit dem Anderen eine Einheit zu bilden und nicht darum, gegeneinander zu kämpfen. Schon mit ein paar Bewegungen kann man an einer „Roda“ teilnehmen.

Capoeira in Hamburg
Hamburg besitzt eine Capoeira Schule, die Centro Cultural Alabe. Auch im Walddörfer Sportverein werden Kurse sowohl für Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene angeboten. Weiter gibt es viele Intitutionen, die Capoeira Training geben, u.a. die Grupo UNICAR, Capoeira Aruanda, Capoeira Angola oder Capoeira Meia Lua Inteira. Die Kosten für eine Mitgliedschaft variieren, liegen im Durchschnitt aber bei monatlich 20 – 35 Euro.

Lexikon

Capoeira Regional
Die Capoeira de Regional ist von den beiden Stilen der jüngere und derjenige, bei dem es schneller, lauter und direkter zugeht. Die Musik ist peppiger, heizt die Spieler an und konzentriert sich daher mehr auf Chor-Gesang als auf das Vortragen langer Strophen. Das Spiel selbst beinhaltet hohe und direkte Tritte sowie zahlreiche akrobatische Einlagen (Floreos). Erlaubt ist auch das Einwirken auf den Körper des anderen Spielers. Mit Tritten und Schlägen, wobei letztere eher selten praktiziert werden, dürfen Treffer erzielt werden. Ebenso darf der Partner umgeworfen werden, was durch entsprechende Techniken wie etwa Fußfegern oder Stöße vollführt wird. Die Absicht den anderen Spielern stark zu beeinträchtigen oder gar zu verletzen ist aber grundsätzlich in nahezu allen Capoeira Verbänden und Vereinen nicht erwünscht. Die männlichen Capoeiristas kämpfen meist mit nacktem Oberkörper, die Frauen mit Sport-BH. Diese Form des Capoeiras hat sich weltweit verbreitet und erfreut sich auch im deutschsprachigen Raum einer immer höheren Beliebtheit. Mittlerweile fließen Elemente aus der Angola auch in das Regional Training mit ein.

Capoeira Angola
Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal zur Capoeira de Regional ist die Tatsache, dass Spieler in der Roda oft scheinbar unkoordinierte und sehr langsame Bewegungen machen, die den Eindruck von Trägheit vermitteln. Dass das nur Show ist, bemerken die Mitspieler allerdings meist erst, wenn aus einer solchen Bewegungssequenz heraus blitzschnell attackiert wird, gerne mit einem aus einer Drehung um die Körperachse heraus geschwungenen Tritt. Es ist oft ein langsames, konzentriertes Spiel im fließenden Austausch von Schlägen und Ausweichbewegungen. Die Angriffe werden allerdings so ausgeführt, dass es zu keinen ernsten Verletzungen kommt, z. B. Tritte auf den Oberarm. Die Capoeiristas Angolas kämpfen meist mit bunter Bekleidung, teilweise auch im stilvollen Anzug.

Beitragsbild: Capoeira hält fit: Mit  akrobatischer Kampfkunst wird tänzerisch gespielt.
© Scott Griessel – Fotolia.com                 

Valeska

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