Jan Kralitschka: „Beziehung mit der Ex – empfehlenswert!“

Model Jan Kralitschka (38) suchte seine Traumfrau erfolglos als TV-Bachelor. Jetzt hat er sie gefunden: Es ist seine Ex-Freundin. Welche Herausforderung das mit sich bringt, was seine Gedanken als zweifacher Vater über Trennungskinder sind und warum er nicht mehr hauptberuflich als Anwalt arbeitet, verriet er HAMBURG WOMAN.

Bekannt wurde Jan Kralischka vor drei Jahren durch „Der Bachelor“. Er suchte nach seiner Traumfrau. Einen Typ Frau hat er nicht. Auf die innere Einstellung kommt es an. Foto: Nicole Langholz

Bekannt wurde Jan Kralischka vor drei Jahren durch „Der Bachelor“. Er suchte nach seiner Traumfrau. Einen Typ Frau hat er nicht. Auf die innere Einstellung kommt es an.
Foto: Nicole Langholz

HAMBURG WOMAN: Wir haben es jetzt 12 Uhr. Wie läuft ein klassischer Morgen bei Jan Kralitschka ab?
Jan Kralitschka: Den gibt es eigentlich gar nicht, weil dann doch jeder Tag unterschiedlich ist. Das ist schon seit zehn Jahren so, seitdem ich modele. Ich bin einfach sehr viel unterwegs. Heute zum Beispiel bin ich um sechs Uhr aufgestanden, in den Flieger von Hamburg nach Köln gestiegen, habe dann Zuhause erst einmal meinen Hund gefüttert, werde gleich meine Tochter vom Kindergarten abholen, mit ihr den Nachmittag verbringen und heute Abend zum Boxtraining gehen.

Boxen – damit halten Sie sich fit und in Form?
Das mache ich zurzeit, weil ich am 27. September gegen den diesjährigen Bachelor-Kandidaten Christian Tewes beim ProSieben-Promi-Boxen antrete. Dafür muss natürlich trainiert werden. Ansonsten halte ich mich damit fit, indem ich mindestens jeden zweiten Tag ins Fitnessstudio oder Laufen gehe.

Sie waren einst hauptberuflich als Rechtsanwalt tätig. Seit einigen Jahren steht das Modeln im Vordergrund. Warum diese berufliche Veränderung?
Als Model genieße ich eine andere Life-Work-Balance. Ich komme in der Welt herum, sehe andere Kulturen und Kontinente und erlebe häufig abwechslungsreiche Action, während ich als Anwalt doch meistens im Büro sitze und mich mit Streitfällen auseinandersetzen muss. Nicht alle können meinen Prioritätenwechsel verstehen. Am Anfang hatte ich auch das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Großen Rückhalt hatte ich immer von meinen Eltern, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind. Die haben gesagt: „Junge, du hast Jura studiert, aber wenn du andere Dinge für dich entdeckt hast, mache, was dir gefällt. Wir wären froh gewesen, wenn wir damals die Chance gehabt hätten, das zumachen, was wir wollen“.

Gehören Sie zu den Männern, die schon beim Aufstehen so unverschämt perfekt aussehen? Und die darum jede Frau beneidet?
Zumindest bin ich jemand, der eine kurze Zeit im Bad verbringt. Ich brauche eigentlich nur eine Dusche, Creme, Zahnpasta und Deo. Deswegen sehe ich morgens eigentlich nicht sehr viel anders aus als abends (lacht).

Muss die Frau an Ihrer Seite bestimmte Äußerlichkeiten besitzen?
Ich bin sicherlich kein Mann, der sagt, ich stehe nur auf den einen Typ Frau. Vielmehr ist für mich innere Einstellung entscheidend. Dabei geht es mir um Lebenslust, Optimismus, eine bestimmte Begeisterung für etwas im Leben. In der Regel kann man das am Leuchten der Augen erkennen.

Seit ein paar Monaten sind Sie wieder mit Ihrer Ex-Freundin zusammen. Brauchten Sie den zweiten Anlauf, um sie als Traumfrau zu entdecken?
Früher habe ich immer gedacht, wenn in einer Beziehung einmal ein Knacks ist und es Gründe gab, wieso man sich getrennt hat, gibt es keine zweite Chance mehr. Heute denke ich anders. Hat man wieder Gefühle füreinander, dann sollte man es noch einmal miteinander probieren.

Vor welcher Herausforderung steht man, wenn man erneut als Paar zusammenkommt?
Eine solche Beziehung hat Vor- und Nachteile zugleich. Fangen wir mit dem Positiven an: Man kauft definitiv nicht mehr die Katze im Sack, wie man so schön sagt. Man kennt gegenseitig seine Stärken und Schwächen. Man flippt nicht mehr wegen Kleinigkeiten aus, die überraschend kommen, weil nichts mehr überraschend ist. Und das ist eine schöne Sache.

Und die negativen Seiten?
Hmm… Gibt es überhaupt negative Seite? Eigentlich kann ich es nur empfehlen wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen zukommen (lacht).

Sie und Ihre Partnerin haben aus Ihrer „ersten Beziehung“ eine 5-jährige Tochter. Wie hat die reagiert, dass Mama und Papa wieder zusammen sind?
Für sie ist das glaube ich gar nicht eine so große Veränderung gewesen. Ich hatte auch die letzten Jahre ein gutes Verhältnis zu meiner Jetzt-Wieder-Partnerin Ann-Kristin. Als ich noch hauptberuflich als Anwalt im Hamburg gearbeitet, habe ich oft mitbekommen, wie Kinder unter Scheidungen leiden. Besonders wenn sich die Eltern nicht mehr verstehen. Das habe ich immer versucht erfolgreich zu vermeiden. Für die Kleine besteht eigentlich, seitdem wir wieder zusammen sind, eher das Problem, dass sie nicht mehr so einfach bei Papa im Bett schlafen darf.

Aus einer anderen Beziehung haben Sie noch einen Sohn. Haben Sie ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen?
Natürlich macht man sich immer Gedanken. Und es ist das Optimalste, wenn das Kind in einer Beziehung aufwächst. Denn dann kann man fast zu jeder Tages- und Nachtzeit für sein Kind da sein. Aber es darf nicht sein, dass, wenn man als Paar unglücklich miteinander ist, nur wegen des Kindes zusammenbleibt. Dann lieber eine Patch-Work-Familien-Situation schaffen, bei der sich alle Beteiligten gut verstehen. Und das ist bei der Mutter meines nun bald 17-jährigen Sohnes definitiv der Fall. Wir unternehmen regelmäßig alle etwas miteinander.

Neben dem Promi-Boxkampf, was steht noch an?
In der Medienbranche spricht man ja immer von Projekten. Ich muss ehrlich sagen, bin nicht so ein Karrieretyp. Materiell hab ich eigentlich alles erreicht, was ich wollte. Meine Kinder gibt es auch. Ich habe jetzt eine glückliche Beziehung. Mein nächstes Projekt ist eigentlich, einen alten Bauwagen zu einem Art Peter-Lustig-Bauwagen umzubauen. Wenn ich den so um die Winterzeit fertig bekomme, wäre das schon ein „Karriereschritt“ für mich (lacht).

Christiane Kaufholt

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