Anti-Glamour in der perfekten Modewelt

Kritisch beleuchtet die Ausstellung „Fast Fashion“ das magische Modedreieck, bestehend aus Konsum, Ökonomie und Ökologie, setzt auf das aktive Erleben der Modewelt und stellt sich die Frage nach dem ethisch vertretbaren Kleiderschrank in der Zukunft?!

In keiner anderen Branche funktioniert das neue Bedürfnisse schaffen besser, als in der Modewelt. Die Mode drückt aus, ist individuell und versprüht Glamour. Auf diese Sehnsucht reagiert die Bekleidungsindustrie mit immer rascher aufeinanderfolgenden neuen Kollektionen. Zwischen Mode und Kapitalismus besteht eine enge Verbindung, denn nur Verschwendung bringt Prestige. Global agierende erfolgreiche Unternehmen beherrschen den Modemarkt und können somit die Preispolitik bestimmen. Bei niedrigen Preisen durch die Massenproduktion, kauft der Konsument mehr als notwendig ist.

Bei einer großen Produktion wächst die Zahl der Arbeitsplätze. Wie genau die Arbeitsplätze aussehen, die hauptsächlich in Billiglohnländern geschaffen werden, beleuchtet die Ausstellung auf sehr eindrucksvolle Weise: Die Besucher werden in einem Parcours, der vom Laufsteg über Fotostudio, Litfaß-Säule, Schaufenster bis zur Umkleidekabine reicht, über die Schattenseiten der Modewelt aufgeklärt. Ihnen wird vor Augen geführt, unter welchen schlechten Bedingungen die Arbeiter in der Textilwirtschaft arbeiten müssen. Bei vielen liegt der Lohn unter dem Existenzminimum und die Sicherheitsstandards werden in den Fabriken vernachlässigt. Die Ausstellung setzt sich aber nicht nur kritisch, differenziert und umfassend mit dem Kreislaufsystem Bekleidung auseinander und weist auf den enormen Ressourcenverbrauch und den Einsatz von Pestizide und Chemikalien hin, sondern führt gleichzeitig Lösungsvorschläge an:

Ein Teil der Ausstellung „das Labor“ befässt sich mit der Fast Fashion: Was gibt es für neue Fasern und Technologien? Welche Designansätze zu den Themen Recycling, Upcycling oder Zero Waste sind auf dem Markt?

Das M K&G möchte mit „Fast Fashion“ die Besucher anregen, sich engagierter mit dem Thema Mode und Konsum mit ihren sozialökonomischen und ökologischen Folgen auseinanderzusetzen. Wie viel Macht hat der einzelne Konsument dabei???

FAST FASHION.
20. März – 20. September

Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg

Öffnungszeiten
Di bis So: 10 – 18 Uhr
Do: 10 – 21 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 10 €
Ermäßigung: 7 €

Valeska Fuhlenbrok

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