Die Hamburger Schauspielerin Milena Tscharntke (23) hat mit ihrer erfrischenden Dankesrede bei der Verleihung der Goldenen Kamera aus Sicht der HAMBURGWOMAN.DE für ein Highlight gesorgt. Wir wollten von der Siegerin in der Kategorie Nachwuchspreis wissen, was sie vorher gefühlt hat. 

HAMBURGWOMAN.DE: Mit welchen Gefühlen bist du zur Verleihung gefahren? Liebäugelt man insgeheim damit, den Preis mal zu gewinnen?               

MILENA TSCHARNTKE: Für mich war es das erste Mal überhaupt, auf so einer Veranstaltung als Gast eingeladen zu sein. Ich habe gar nicht damit gerechnet, einen Preis zu gewinnen.

Als dir klar wurde, dass du als Gewinnerin mit der Geburtstagsfrage gemeint warst, was hast du gedacht – Herz die Hose gerutscht, oder innerer unbeschreiblicher Jubel?

Ich habe noch gedacht „Irgendwer anders hat auch nächsten Mittwoch Geburtstag, ich setze mich lieber wieder.“ Bis dann mein Name gerufen wurde. Erst da habe ich wirklich verstanden, dass ich gemeint war. Das war dann „ Herz in die Hose gerutscht“ und „unbeschreiblicher Jubel“ .

Ein toller Moment, auf den viele Schauspieler Jahre – teils vergeblich – warten. Was bedeutet er dir?

Ich bin dankbar und fühle mich geehrt, dass die Jury mich zwischen all den tollen jungen Schauspielerinnen und Schauspielern dieses Jahr für den Preis ausgewählt hat. Ich freue mich wirklich sehr über die Auszeichnung.

Du hast trotz deines jungen Alters schon viele Rollen gespielt. Welche hat die am besten gefallen?

Das schöne war, dass die Rollen, die ich spielen durfte, alle so unterschiedlich waren, daher kann ich gar nicht sagen, welche mir am besten gefallen hat. Die größte Herausforderung war auf jeden Fall meine Rolle in „Alles Isy“, weil das Thema so extrem sensibel und wichtig ist. Als ich noch kleiner war, habe ich drei Monate im Dschungel von Malaysia gedreht und gewohnt. Das war auch eine besondere Erfahrung.

Du hast keine Schauspielschule besucht, sondern es mit „Learning by doing“ geschafft. Respekt. Woran, oder an wem hast du dich orientiert?

Ich habe schon mit 8 meine erste Rolle gespielt. Ich sehe alle Projekte die ich seitdem gemacht habe, als meine Ausbildung. Bei jedem Dreh habe ich etwas gelernt bis heute. Ich glaube, man lernt nie aus.

Gibt es künftige Film-Projekte, über die du schon sprechen darfst?

Es stehen dieses Jahr noch mehrere Projekte für mich an, über die ich jedoch noch nichts verraten darf.

Was unternimmst du in deiner Freizeit, um nach Dreharbeiten „runterzukommen“?

Wenn ich nicht drehe, bin ich am liebsten in Hamburg mit meiner Familie und meinen Freunden.

Ich habe mal einen Schauspieler bei ihm zuhause interviewt, der sein BAMBI als Türstopper nutzte. Wo steht deine Goldene Kamera?

In der Küche in meiner WG.

Kai Wehl

Über den Autor