Vom 23.- 30. Mai fanden im französischen Seignosse die adh-open, die deutschen Hochschulmeisterschaften im Wellenreiten statt – und Alex Tesch von der Uni Hamburg konnte seinen Titel vom Vorjahr verteidigen! Wir fragten ihn, wie er sich nach seinem Triumph fühlt und was das Surfen für Ihn bedeutet.

Seit wann surfst du denn schon?
Ich habe mit etwa 7 Jahren richtig angefangen zu surfen. Bis dahin, habe ich versucht, mich auf die kleinen Bodyboards zustellen oder das Windsurfbrett meines Vaters in Anspruch zu nehmen, um es zu einem Wellenreitbrett umzufunktionieren. Meine Eltern sind schon immer gerne nach Frankreich gefahren und haben mich sehr unterstützt, anders ist das in dem Alter ja auch gar nicht möglich. Allerdings beschränkte sich das Surfen auf 3-4 Wochen im Jahr bis ich mein Abitur absolviert hatte.

Was bedeutet es dir, den Titel zu verteidigen, auch grade nach einer Verletzung?
Ich bin super happy. Ich hatte einen recht durchwachsenen Winter und am Ende noch die Probleme mit meinem rechten Knie. Aus diesen Gründen hat mir der 1. Platz bei den adh-Open sehr viel bedeutet. Dass ich der erste bin der seinen Titel verteidigen konnte, war mir neu, das habe ich erst nach der Siegerehrung erfahren. Ich war mit vielen Freunden in Seignosse und hatte eine super Zeit. Den Titel dann noch in „unser“ Haus zu bringen war schon richtig gut!

Wir war denn der Wettkampf für dich?
Ich bin ein sehr wettkampfambitionierter Typ. Ich mag es, mich mit anderen zu messen, um zu sehen, wie gut man ist. Dieses Jahr war ich sehr aufgeregt und nervös. Ich war mir nicht so sicher, ob ich überhaupt eine Chance hätte. Es waren einige gute Surfer am Start. Die ersten Runden waren sehr durchwachsen: Ich habe Fehler in der Wellenwahl und auch in der Linie, wie ich die Welle surfen will, gemacht. Ohne meine Freundin, die mich vor allem nach den schlechten Runden aufgemuntert hat, wäre das wahrscheinlich nicht drin gewesen. Im Finale konnte ich mich echt nochmal gut konzentrieren und habe meine Ziele umsetzten können. Ich finde die adh super, denn es sind sehr viele Zuschauer vor Ort und man merkt, wie Kommilitonen ihre Wettkämpfer unterstützen.

Wie oft kommst du denn sonst zum Surfen? Und immer im Ausland oder auch mal an Deutschlands Nordseeküste?
Also während des Studiums hält sich das einigermaßen in Grenzen. Meistens geht’s rauf nach Dänemark für ein langes Wochenende. Im Sommer arbeite ich dann für Pure Surfcamps in Moliets. Das sehe ich mittlerweile als zweite Heimat an. Deutschlands Küsten bin ich bisher echt wenig gesurft. Zuletzt war ich auf Rügen, um für einen gemeinsamen Kinofilm, „Headache“, einige letzte Aufnahmen zu kriegen.

Du machst ja jetzt deinen Bachelor in BWL, was kommt jetzt, klassischer Schreibtischjob oder doch Surfer /Surflehrer?
Ich habe das Thema der Bachelorarbeit vor mir liegen. Ich habe über den Winter bei einem jungen Softwareunternehmen im Vertrieb gearbeitet. Die Arbeit hat echt Spaß gemacht, aber ich habe mich dazu entschlossen noch ein Medizinstudium in Angriff zu nehmen. Ich merke mittlerweile, was für mich wichtig ist, was Arbeit ausmachen soll und trotz all dem Spaß, den ich hatte, zieht es mich mehr als vorher in die medizinische Richtung.

Was gefällt dir als Münchner am Leben in Hamburg? Gibt es Lieblingsplätze?
Der Humor, den find ich echt klasse (lacht). Ich bin gerne in Hamburg: An der Alster mit Freunden aus der Uni grillen oder mal wieder eine längere Nacht im Bunker verbringen. Außerdem bietet Hamburg jedem ein Fleckchen zum Wohlfühlen! Für mich ist das ganz klar entweder am Hafen oder eben an der Alster.

Milena Kettner

Titelbild: A. Johannes Wyneken

Alex Tesch konnte im französischen Seignosse seinen Titel verteidigen.

Alex Tesch konnte im französischen Seignosse seinen Titel verteidigen.

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