Musik verbindet, belebt und schreibt Geschichte. Mit einem Konzert in der Schule Redder feierte der Frauenchor Sasel e.V. am 16. Juni sein 90jähriges Jubiläum. Wir wollten genauer wissen, was hinter diesen musikalischen Frauen steckt, die bereits im Film mit ihren Stimmen beglückten.

1929 liegt lange in der Vergangenheit. Fast ein ganzes Jahrhundert ist mittlerweile vergangen und nun war es endlich soweit: Der Frauenchor Sasel e.V. feierte seinen 90. Geburtstag. Unter der Leitung von Samuel Raphaelis proben wöchentlich 39 aktive Mitglieder im Alter von 39 bis 93 Jahren das gemeinsame Singen. „Das längste Mitglied ist bereits über 50 Jahre mit dabei“, verrät Monika Huth, 1. Vorsitzende des Frauenchors, „zur Gründungszeit herrschte viel Leid. Mit dem Verein wurde versucht, sich eine schöne Zeit zu gestalten, es wurde viel gefeiert.“
Aus zehn Pfennig wurden bis heute 15 Euro Monatsbeitrag, denn bereits damals wurde der Chorleiter bezahlt. Bis auf eine einzige Ausnahme leiteten immer Männer den Chor, meistens Lehrer. „Günther Rühmann war ganze 40 Jahre Leiter des Chors, er hat ihn sehr geprägt und aus ihm einen hervorragenden Wettbewerbs-, einen Konzertchor gemacht. Man kann sagen, dass er über die Jahre der beste Frauenchor Hamburgs geworden ist“, so Huth. Sehr viel Vorbereitung und Stimmbildung stecke hinter vielen Preisen, die der Verein über die Jahre bereits gewonnen hat.
Fulda, Regensburg, Stuttgart – für diverse Auftritte zogen sie bereits viel durch die Bundesrepublik. Die gemeinsame Ausstrahlung der Frauen gemischten Alters sei häufig auch ein besonderer Aspekt gewesen und gebe ein harmonisches Bild ab, berichtet die Vorsitzende, die selbst seit 2010 aktiv mitsingt. Nicht nur im Wettbewerb leistet der Verein gute Arbeit, 2012 feierte er im Film „Stiller Abschied“ mit Schauspielerin Christiane Hörbiger auch sein Debüt vor der Kamera. Ein weiteres Highlight: Auch eine Anfrage der Hamburger Staatsoper erreichte den Frauenchor kurze Zeit später.
Einmal im Jahr geht es auf Chorfreizeit, auch Einladungen ins Ausland erreichen den Verein. Unter anderem durch die neu dazugewonnenen, jüngeren Mitglieder steht der Chor in stetiger Veränderung, auch musikalisch ist eine klare Entwicklung zu beobachten. „Gute Musik für einen Frauenchor zu finden, ist nicht einfach“, fügt Monika Huth hinzu, „wir sind sehr froh, dass wir einen so gut ausgebildeten, engagierten Chorleiter haben, bei dem wir viel lernen dürfen.“
Wer Mitglied im Frauenchor Sasel e.V. werden möchte, besucht den Verein einfach bei den wöchentlichen Proben, die immer donnerstags von 19:30-22 Uhr im DRK-Treff Sasel, Redder 2b, stattfinden. Neue Mitglieder werden herzlich aufgenommen, während früher ein Vorsingen vor dem Chorleiter stattgefunden hat, kann mittlerweile jeder sein Glück versuchen. „Wir singen zum Beispiel drei- und vierstimmige Sätze von Brahms oder Mendelssohn, das ist anspruchsvolle Musik. Unser Chor singt auch gerne mal Popsongs, aber eben nicht nur.“, ergänzt die Vorsitzende.
Unter anderem bei „Die Lange Nacht der Museen“, regelmäßig im Heilig-Geist-Hospital oder zur Eröffnung des Saseler Heimatfests sangen die Damen in ihrer Heimatstadt schon vor Publikum. Mehr Informationen über bevorstehende Projekte des 90jährigen Chors finden Sie auf der Homepage des Vereins  unter www.frauenchor-sasel.de.    ks

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